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Sexismus im Film : Frauen, Film, Frankfurt

Sexismus, Feminismus, Film und Medien: Dieses Feld beackert Karola Gramann seit 40 Jahren. Sie ist die Gründerin und Leiterin der Kinothek Asta Nielsen. Bild: Wonge Bergmann

Die Kinothek Asta Nielsen beginnt ihr Jubiläumsprogramm „Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste“ mit einem Blick zurück nach vorn. Denn Sexismus im Film hat bleibe noch lange ein Thema.

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          Noch immer sei sie „etwas aufgeregt“, sagt Karola Gramann - aber das wird sich wohl gelegt haben, bis sie am 27. November den Tony-Sender-Preis der Stadt Frankfurt entgegennimmt. Damit ehrt die Stadt in Erinnerung an die Politikerin Tony Sender Personen und Institutionen, die sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzen. Im Fall der Filmkuratorin Gramann ehrt man gewissermaßen beides: Ist sie doch seit 15 Jahren vor allem bekannt als Gründerin und Leiterin der Frankfurter Kinothek Asta Nielsen.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Und wofür sie die Auszeichnung bekommt, dürfte sich bis dahin noch einmal in Erinnerung gerufen haben. Schließlich beginnt die Kinothek Asta Nielsen, die Gramann zusammen mit der Filmprofessorin Heide Schlüpmann gegründet hat, schon Mitte September das Programm ihres Jubiläumsjahrs. Und näher am Thema feministische Filmarbeit, Gleichberechtigung, Geschlechterforschung als gleich mit der ersten Veranstaltung der Saison könnten Gramann und ihr Team fast nicht sein.

          Neues Großprojekt für 2016/17

          „Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste“ heißt die Veranstaltungsreihe. Sexismus, Feminismus, Film und Medien sind ein weites und aktuell wieder vieldiskutiertes Feld. Dieses Feld beackert Gramann seit guten 40 Jahren in verschiedenen Konstellationen. Von der Frauenkino-Initiative einst im Uni-Kino Pupille, das jetzt wieder Veranstaltungsort der Filmreihe sein wird, über die Zeitschrift „Frauen und Film“, die seit mehr als 30 Jahren in Frankfurt bei Stroemfeld erscheint und die einzige feministische filmwissenschaftliche Zeitschrift ist, über Festivals bis zur Arbeit der Kinothek, die programmatisch den Namen der Filmdiva und Filmunternehmerin Asta Nielsen trägt. Denn dass in den Pionierzeiten des Films viele Frauen als Regisseurinnen, Produzentinnen und Schauspielerinnen gut im Geschäft und unabhängige Köpfe waren, wie Asta Nielsen oder Germaine Dulac, will die Kinothek mit Festivals, Tagungen, Publikationen bewusstmachen. Nicht, weil es so toll wäre, in Archiven zu recherchieren und Vergessenes ans Licht zu holen, sagen Gramann und Schlüpmann: „Es geht darum zu zeigen, warum das relevant ist, und zu fragen, wie es denn heute damit steht.“ Stets den Bezug zur Gegenwart herzustellen sei das Bestreben.

          Wie ganze Teile der Filmgeschichte regelrecht überschrieben und ausgeblendet werden, entdecken Gramann und Schlüpmann derzeit bei der Vorbereitung des nächsten Großprojekts: 2016/17 wollen sie Elvira Notari eine Tagung und ein Festival widmen, wie es die Kinothek zuvor schon für Germaine Dulac und Asta Nielsen getan hat. Für die beiden Forscherinnen spielt die 1875 geborene Süditalienerin Notari in derselben Liga: Doch kennen von ihr die wenigsten auch nur den Namen. Dabei hatte sie bis in die dreißiger Jahre mehr als 400 Arbeiten produziert, Genremischungen, die sich auch dramaturgisch an der traditionellen Musik und Volkskultur orientieren. Ein ganz und gar außergewöhnliches Werk, schwärmt Gramann - nur sind lediglich ein paar wenige Filme erhalten. In Kooperation mit Arte will die Kinothek sie zusammenstellen, es soll neue Musik komponiert werden, ein Begleitheft zu Leben und Werk Notaris entsteht in der Kinothek.

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