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Lastwagen-Zulieferer Jost : Günstig bewertet mit Stützwinden aufwärts

Sicherheitsrelevant: Die Jost-Werke kümmern sich um die Schnittenstellen zwischen Lastwagen und Anhängern Bild: Jost GmbH

Krise im Lastwagen-Geschäft? Nicht doch: Der hessische Zulieferer Jost-Werke wächst auf all seinen Märkten und bestätigt die Umsatz- und Gewinnprognose. Die Aktie macht einen Freudensprung.

          Die Industrie in Deutschland und in Hessen hat schon zuversichtlicher stimmende Wochen erlebt als derzeit. Die Auftragseingänge sinken seit Monaten. Das ist wichtig, denn der Auftragseingang lässt auf die Umsätze der näheren Zukunft schließen. Die hessischen Hersteller von Kraftwagen und Kraftfahrzeugteilen meldeten für Juni 15 Prozent zudem weniger Umsatz als vor einem Jahr.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Also Krise im Lastwagen-Geschäft? Nicht doch: Der hessische Zulieferer Jost-Werke wächst auf all seinen Märkten und bestätigt die Umsatz- und Gewinnprognose. Die Aktie macht einen Freudensprung. Im frühen Handel steigt der im Kleinwerte-Segment SDax gelistete Wert um mehr als fünf Prozent, während der Gesamtmarkt verliert. Aufhorchen lässt zudem eine Personalie.

          Vorstandschef Lars Brorsen geht zum Oktober, ihm folgt Joachim Dürr, der Vertriebsvorstand von Jost. Nach Brorsens Abgang verkleinert das Unternehmen den Vorstand auf drei Mitglieder.

          Umsatz wächst auf breiter Front

          Wie Jost meldet, ist der Konzernumsatz im zweiten Quartal um 5,7 Prozent auf fast 202 Millionen Euro gestiegen. In Europa gingen die Erlöse zwar um 1,6 Prozent auf 117 Millionen Euro zurück, doch Jost verweist auf das hohe Niveau des Vorjahres. Als Betriebsgewinn blieben hier 11,6 Millionen Euro hängen, 500.000 Euro weniger als vor Jahresfrist. „Neben weiterhin hohen Materialkosten übten die gestiegenen Personalkosten zusätzlichen Druck auf das Ergebnis aus“, heißt es.

          Um fast 28 Prozent ist der Umsatz in Nordamerika gesprungen auf 45,6 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn schoss von 2,8 Millionen Euro auf 4,6 Millionen Euro. Jost verweist auf „Preisanpassungen, durch die die zusätzlichen Kosten für Importzölle auf Stahl teilweise an die Kunden weitergegeben werden konnten.“

          In der Region Asien, Pazifik und Afrika ging der Umsatz um 7,7 Prozent nach oben auf gut 39 Millionen Euro – obwohl die Geschäfte in China schwächeln. Weltweit deckt Jost nach eigenen Angaben den Markt für Sattelkupplungen und Stützwinden zu 80 Prozent ab. In vier von fünf Lastwagen sind also die Produkte der Hessen eingebaut.

          Angesichts dieser Zahlen bestätigt der Lastwagen-Zulieferer aus Neu-Isenburg den Ausblick. Der Umsatz und das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern sollen 2019 jeweils um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz gegenüber dem Vorjahr steigen.

          Aktie nach Kursrückgang niedrig bewertet

          Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die Kursverluste der vergangenen Monate nicht übertrieben waren. 14 Prozent hat Jost seit Ende Mai eingebüßt und 30 Prozent binnen Jahresfrist.

          Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,7 gemessen an den von Analysten erwarteten Profiten ist die Aktie günstig bewertet, wie so viele Autotitel. Die Dividendenrendite von 4,4 Prozent ist weit überdurchschnittlich.

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