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Janna Rupprecht : Kämpferin für das Leben

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„Lustig und außergewöhnlich war sie“: Janna Rupprecht im August des vergangenen Jahres. Bild: Wohlfahrt, Rainer

Mit 22 Jahren ist Janna Rupprecht, die Initiatorin des Benefizfestivals „Sound of Life“, gestorben. Trotz ihrer Krebskrankheit setzte sie sich große Ziele. Eine außergewöhnliche Frau, die lange Zeit nahe am Tod lebte.

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          Es war eine lange Liste. Hundert Dinge hatte sie sich noch vorgenommen. Hundert Dinge, die man erlebt haben sollte vor dem Tod. Janna Rupprecht hat elf geschafft. Sie war auf den Seychellen, auf Hawaii, in New York, ihr Freund hatte Spenden gesammelt, um die Reisen möglich zu machen, auf einem Blog hatte Janna von unterwegs erzählt. Von der Schönheit der Welt, vom Schauen und Genießen, vom ungeheuren Wert des Lebens, vom Geschenk, das jeder einzelne Tag ist. Dann, am vergangenen Dienstag, hat sie, die Klügere, nachgegeben. Mit 22 Jahren ist sie gestorben, hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Es ging nicht mehr.

          Janna Rupprecht war eine außergewöhnliche Frau. Schön und klug. Strahlend. Elegant. Schwerkrank seit Jahren, war sie zuletzt auf den Rollstuhl angewiesen, sie lebte nahe am Tod über eine lange Zeit – und war eine glühende Verfechterin des Lebens. „Wir wollen es feiern“, das war ihr Wahlspruch. Mit 15 hatte sie die Diagnose bekommen: Krebs. Ein Tumor im Beckenknochen und Metastasen in der Lunge. Kinderkrebsstation der Uniklinik. Chemotherapie, Bestrahlungen. Nach 15 Monaten waren Tumor und Metastasen verschwunden, Janna ging wieder zur Schule, machte Abitur und begann ein Medizinstudium. Sie begann in der Jugendgruppe des Fördervereins für krebskranke Kinder ein Konzert zu organisieren. Als der Krebs wieder kam, hielt sie das nicht auf. „Sound of Life“ heißt das Festival, das daraus entstand, ein alljährliches Benefiz-Konzert auf der Niederräder Galopprennbahn zugunsten des Fördervereins.

          Eine Trauerparty soll es werden

          Am Dienstag von 11 Uhr an wird die Rennbahn ein letztes Mal Janna Rupprechts Bühne sein. Danach wird ihre Asche in einem Friedwald beigesetzt. Freunde und Verwandte werden sich zuvor von ihr verabschieden. Nicht mit einer Trauerfeier. Mit einer Trauerparty, wie sie das gewollt hätte. Christine Hauser, die Leiterin der Jugendgruppe, die im Lauf der Jahre zu einer engen Freundin wurde, hat die Party mit vorbereitet. Sie werden Bilder zeigen aus Jannas Leben, ihre Lieblingsmusik spielen, und 22 Tauben steigen lassen, 21 weiße, und eine schwarze, wie es sich Janna gewünscht hatte. „Es soll lustig werden und außergewöhnlich“, sagt Christine Hauser. „So, wie es Janna war.“

          Das letzte „Sound of Life“-Festival fand vor drei Wochen auf der Rennbahn statt. Janna Rupprecht war da schon sehr schwach, gezeichnet von der Krankheit. „Sie brauchte immer große Ziele, um am Leben zu bleiben“, sagt Christine Hauser. „Sound of Life“ noch einmal zu erleben, war ihr letztes. Zwei Tage später ging sie ins Krankenhaus, sie konnte es nicht wieder verlassen.

          Elf Dinge, die man erlebt haben sollte, hat Janna Rupprecht geschafft. 89 sind noch offen. Ihre Freunde haben beschlossen, ihre Traumliste zu vollenden: wunderbare Dinge zu erleben und die Welt und all ihre Schönheit und Verrücktheit zu sehen mit Jannas Augen.

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