https://www.faz.net/-gzg-9vjc5

„Jaa zur IAA!“ : Immerhin alles gegeben

Schicke Autos: Im Wettrennen um den Austragungsort der IAA bleibt es spannend. Bild: Reuters

Frankfurt strengt sich im Kampf um die IAA noch einmal richtig an. Die Aussteller wissen allerdings selbst nicht, was sie eigentlich wollen. Wie die einzelnen Bewerber das dann wissen sollen, ist fraglich.

          1 Min.

          Eine Woche vor dem Bewerbungsschluss gibt Frankfurt im Wettrennen um die Internationale Automobil-Ausstellung noch einmal richtig Gas. Ein offenes Konzept mit „Hotspots“, „Open Space“ und „Summit“ und vielem anderen versprechen die Stadtvertreter, ferner die Einbindung von Bus, Bahn und Elektrorädern, zudem eine Ausdehnung bis nach Darmstadt und das Opel-Testgelände in Rodgau-Dudenhofen. Im Internet soll eine Kampagne beweisen, dass Frankfurter „Jaa zur IAA“ sagen, wie es dort heißt. Und zur Präsentation in Berlin will nicht nur Wirtschaftsminister Al-Wazir (Die Grünen), sondern auch Oberbürgermeister Feldmann (SPD) reisen – der zur IAA selbst nicht den Eindruck vermittelte, ein Fan der besucherstärksten Messe Deutschlands zu sein.

          An Ideen, Einsatz und regionaler Zusammenarbeit mangelt es also nicht mehr. Doch die Entscheidung, wer die Messe künftig austrägt, werden allein die Spitzen der deutschen Autohersteller treffen.

          Mehr Diskussionen und Emotionalität ?

          Man darf die Wirkung der neuen Frankfurter Bemühungen auch nicht überschätzen. Die Messe ist nicht etwa deshalb in der Krise, weil die Kritik am Auto wächst, denn die Absatzzahlen in Deutschland steigen weiter kräftig. Sondern vielmehr, weil wichtige Marken, etwa Toyota, Volvo, Peugeot und Rolls-Royce, nicht mehr zur IAA kommen. Sie setzen lieber auf Mode- oder Elektronikmessen und Internetmarketing. Das erscheint ihnen effektiver. Weniger Aussteller bedeutet aber nun einmal weniger Besucher.

          Bis heute sind die deutschen Hersteller uneins, wie sie diesen Trend umdrehen können. Mehr Diskussionen und Emotionales, wie es Mercedes fordert? Mit Autoverkäufen direkt auf der Messe, wie es Opel vorschlägt? Oder doch mit der Präsentation von Mobilitätsalternativen? Am Ende einer Messe wollen die Hersteller letztlich mehr Autos verkaufen, nicht mehr Bustickets.

          Solange die Konzerne uneins sind, was sie wollen, können die Frankfurter kaum darauf die richtige Antwort geben. Aber immerhin können sie nach der Präsentation in Berlin sagen, sie hätten alles gegeben.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Sauberer Konsum

          Neuer Rauchraum in Frankfurt : Sauberer Konsum

          Am Rand des Bahnhofsviertels in Frankfurt gibt es nun zusätzlich zu einem Druckraum einen Rauchraum. Dort können Drogensüchtige ihr mitgebrachtes Heroin oder Crack in sauberer Umgebung rauchen. Der Raum soll einem bestimmten Ziel dienen.

          „Es Magittsche“ hört auf

          Margit Sponheimer : „Es Magittsche“ hört auf

          Für viele Narren geht eine Ära zu Ende: „Es Magittsche“ hört auf. Doch in diesen Tagen ist der größte Hit von Margit Sponheimer wieder sehr in Mode. Zumindest im Narrenvolk.

          „Uns Hätz schleiht för Hanau“

          Motivwagen zu Massenmord : „Uns Hätz schleiht för Hanau“

          Eine Pistole mit der Aufschrift „Rassismus“, die aus dem Mund eines Mannes mit hochrotem Kopf ragt: Auf diese Weise kommentieren Düsseldorfer Narren den Anschlag von Hanau. Auch die Kölner äußern sich bildhaft.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.