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Prognose gesenkt : Isra Vision schickt Aktienkurs auf Talfahrt

Sehende Maschine: Robotersteuerung mit einer Anlage von Isra Vision Bild: Dmitry Vereshchagin - Fotolia

Isra Vision hilft Firmen, ihr Geschäft zu automatisieren und die Qualität zu sichern. Doch spüren auch die Darmstädter die Konjunkturdelle – und in der Folge die Aktionäre ebenso. Jedenfalls kurzfristig.

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          Isra Vision mit Sitz in Darmstadt stellt sogenannte sehende Maschinen für Autobauer und Solarfirmen, Hersteller von Verpackungen und Folien, Produzenten von Banknoten und Bandstahl her. Doch auch eine breite Aufstellung mit Anlagen, die Roboter steuern und die Qualität sichern helfen, schützt nicht vor den Folgen einer Wirtschaftsflaute. Das zeigt sich an der jüngsten Mitteilung der börsennotierten Südhessen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Weil ein Vertrag über einen Auftrag in zweistelliger Millionenhöhe nicht rechtzeitig abgeschlossen wurde und andere Aufträge später als geplant gewonnen werden konnten, musste der Vorstand um Gründer und Großaktionär Enis Ersü die Umsatzprognose senken. So etwas kommt an der Börse schlecht an, zumal in Zeiten eines vielfach automatisierten Handels: Der Kurs der im Tec-Dax gelisteten Aktie der Isra Vision AG sackte zu Wochenbeginn um bis zu 19,4 Prozent ab - ein Wertverlust von 190 Millionen Euro. Am Dienstag sieht die Welt für Isra schon wieder anders aus.

          Schnäppchenjäger unterwegs

          Am Kurstaucher am Montag änderte die Botschaft des Unternehmens, die Umsätze seien aufgeschoben und nicht aufgehoben, nicht viel. Der Kurs konnte sich um ein paar Punkte erholen, weil sich Schnäppchenjäger auf dem günstigeren Niveau mit dem Papier eindeckten. Gleichwohl ist das Papier mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 38 weiter sportlich bewertet und klar teurer als der TecDax, was mit ein Grund gewesen sein mag, warum die Kursreaktion so heftig ausfiel. Die Dividendenrendite von 0,34 Prozent ist bei Isra traditionell zu vernachlässigen.

          Wie es hieß, erwartet der Vorstand nun ein Umsatzwachstum um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz. Im Sommer hatte er noch einen mittleren einstelligen Prozentsatz in Aussicht gestellt. Immerhin bleibt die Gewinnspanne im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017/18 stabil, wie es in Darmstadt heißt. Und für das Geschäftsjahr 2019/20 sieht Ersü wieder ein Plus um einen zweistelligen Prozentsatz.

          Isra-Aktionäre dürfte der Kursverlust kurzfristig schmerzen. Jammern müssen sie aber nicht: Seit Januar liegt die Aktie immer noch mit mehr als 50 Prozent im Plus. Sie zählt damit zu den besten Werten im technologielastigen Tec-Dax und im Kleinwerte-Segment SDax. Und am Tag nach dem Kurstaucher steht die Isra-Aktie wieder auf der Einkaufsliste vieler Anleger. Sie führt die Tagessieger im TecDax mit einem Plus von mehr als 5 Prozent an und knabbert wieder an der 40-Euro-Marke.

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