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Islamischer Religionsunterricht : Urkunden für 16 Lehrer übergeben

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Der Islamunterricht ermögliche eine Erziehung zu religiöser Mündigkeit, sagt Prof. Yasar Sarikaya von der Uni Gießen. Bild: dpa

Ein Jahr lang haben sie sich in die Welt des Islam eingearbeitet. Nun halten 16 Lehrer die Urkunden für die Fortbildung in den Händen. Damit soll Hessen das erste Land sein, das den bekenntnisorientierten Islamunterricht regelt.

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          Nach einem Jahr Weiterbildung haben die ersten 16 Lehrer für den islamischen Religionsunterricht ihre Zeugnisse bekommen. Der Fortbildungskurs der Universität Gießen vermittelte den Pädagogen, die bereits im Schuldienst stehen, die Grundlagen für das in diesem Schuljahr in Hessen neu eingeführte Fach.

          „Für mich ist von besonderer Bedeutung, den Kindern beizubringen, dass sie sich kritisch gegenüber den Aussagen anderer über religiöse Inhalte verhalten“, sagte eine Teilnehmerin am Donnerstag bei der Zeugnisübergabe in Gießen. „Sie sollen Koranverse auch selbst interpretieren können.“

          Die Lehrer unterrichten das Fach bereits seit August in insgesamt 29 ersten Klassen an 27 Grundschulen, ihre Fortbildung lief also teils parallel zum Unterricht. Im nächsten Schuljahr soll das Angebot an den bestehenden Standorten ausgebaut werden. Zudem wird es das Fach voraussichtlich an zehn weiteren Grundschulen geben, wie das Kultusministerium mitteilte.

          Zwei Partner für Islamunterricht

          Staatssekretär Manuel Lösel bezeichnete das Fach am Donnerstag als „gelebte Verfassungswirklichkeit“. Prof. Yasar Sarikaya von der Uni Gießen sagte, der Islamunterricht ermögliche eine Erziehung zu religiöser Mündigkeit.

          Hessen ist nach Angaben des Kultusministeriums das erste Bundesland, das den bekenntnisorientierten Islamunterricht nach Artikel 7 des Grundgesetzes regelt. Dafür hat es zwei Partner, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), Landesverband Hessen, sowie die Ahmadiyya Muslim Jamaat. Ein zweiter Weiterbildungskurs läuft seit Februar mit 20 Lehrern.

          Künftige islamische Religionslehrer studieren derzeit an der Uni Gießen für den Grundschulbereich, für die weiterführenden Schulen an der Frankfurter Universität.

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