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Islam-Kongress in Frankfurt : „Keine Hass-Ideologie“

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Neue Wege der Koranauslegung: Mit diesem und anderen Themen werden sich die Teilnehmer des Islam-Kongresses an der Universität Frankfurt befassen. Bild: dpa

An der Frankfurter Universität findet ein Islam-Kongress mit diversen Vorträgen und Diskussionen statt. Auch zum „Terror des so genannten Islamischen Staats“ äußerten sich die Islam-Wissenschaftler.

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          Mehr als 300 Teilnehmer erwartet das Zentrum für Islamische Studien zu einem von ihm veranstalteten Kongress, der am Montag an der Goethe-Universität begonnen hat und bis Donnerstag dauert. Angeboten werden Vorträge und Diskussionen zu etlichen Themen, zum Beispiel zu neuen Wegen der Koranauslegung, Bioethik, Religionspädagogik, Sprachwissenschaft, Mystik und feministischer Theologie.

          Bekim Agai, geschäftsführender Direktor des Instituts für Studien der Kultur und Religion des Islam der Goethe-Universität, hob hervor, dass islamische Theologie an Universitäten nicht nur für die Ausbildung von Lehrern und Imamen gebraucht werde, sondern auch einen „wissenschaftlichen Mehrwert“ schaffe.

          Scharfe Verurteilung von IS

          Nach Angaben der Veranstalter ist die Zusammenkunft der bisher größte wissenschaftliche Kongress dieser Art in Deutschland. Sie erwarten sich von ihm mehrere Impulse, wie sie vor dem Beginn der Tagung deutlich machten. Für den Koranexegeten Ömer Özsoy etwa setzt sie ein Zeichen für die Internationalität der islamischen Theologie. Armina Omerika, die an der Goethe-Uni eine Postdoc-Gruppe leitet, sieht in dem Kongress einen Beitrag, den traditionellen islamischen Fächerkanon zu erweitern. Mark Chalil Bodenstein verspricht sich einen Beitrag zur Bildung einer Theorie der islamischen Religionspädagogik.

          Außer in Frankfurt gibt es noch vier Standorte für islamisch-theologische Studien in Deutschland. Aus Anlass des Kongresses gaben Agai und die Vertreter des Fachs aus den anderen Universitäten eine Stellungnahme ab, in der sie „Terror des so genannten Islamischen Staats“ und „Deutungen, die den Islam zu einer archaischen Ideologie des Hasses und der Gewalt pervertieren“, scharf verurteilen. Die Deutungshoheit über den Islam dürfe nicht Extremisten und Gewalttätern überlassen werden und müsse in Deutschland aus der Mitte der Gesellschaft heraus erfolgen, unter anderem an den Universitäten

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