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Islam-Debatte : Hessens Junge Union empört sich über Merkel

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„Der Islam ist ein Teil Deutschlands“: Kanzlerin Merkel und der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Montag in Berlin Bild: dpa

Der Islam ist ein Teil Deutschlands, wie Kanzlerin Merkel meint. Das sei nicht so, meint die Junge Union in Hessen. Sie rüffelt die Kanzlerin und verlangt eine „ehrliche Debatte“.

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          Die besondere Würdigung des Islams durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Junge Union in Hessen herausgefordert. Der Islam sei nicht Teil der deutschen Identität, erklärte am Dienstag der Landesvorsitzende der CDU-Jugendorganisation, Stefan Heck, in Wiesbaden.

          Merkel hatte am Montag in Berlin betont, dass der Islam ein Teil Deutschlands sei. Sie unterstützte damit ausdrücklich die Meinung, die 2010 der damalige Bundespräsident Christian Wulff geäußert hatte.

          JU will „ehrliche Debatte“

          Die Wurzeln Deutschlands seien christlich-jüdisch, sagte Heck, der auch CDU-Bundestagsabgeordneter ist. „Wer einen anderen Eindruck zu erwecken versucht, verwischt historische Konturen.“ Die Muslime dürften aber selbstverständliche ihre Religion in Deutschland leben.

          Heck verlangte eine „ehrliche Debatte“ mit dem Islam. Dazu gehöre es, unterschiedliche Auffassungen zu benennen und geschichtliche Zusammenhänge aufrichtig einzuordnen. Merkel habe mit der Übernahme des umstrittenen Zitats von Wulff die Integrationsdebatte nicht weitergebracht.

          Die Junge Union sieht ihre Einschätzung vom Landesverband gedeckt. Auch Hessens CDU- und Regierungschef Volker Bouffier habe sich damals von Wulffs Äußerung distanziert, sagte JU-Sprecher Stephan Klenner der Nachrichtenagentur dpa ergänzend.

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