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Ironman in Frankfurt : Den Triathleten steht eine Hitzeschlacht bevor

  • -Aktualisiert am

Erfrischend: der Start der Triathleten am Langener Waldsee Bild: Wonge Bergmann

Am Sonntag treten die besten Triathleten zur Ironman-Europameisterschaft an. Nicht nur auf sie wartet eine wahre Hitzeschlacht. Autofahrer müssen obendrein Geduld aufbringen.

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          Die Eisernen sind wieder da. Am Mainufer, am Römer, vor den Hotels – sie sind schon präsent im Stadtbild. Jene eisenharten Athleten, die nach Frankfurt gekommen sind für eine sportliche Grenzerfahrung sondergleichen. Als ob 3,8 Kilometer Schwimmen, 185 Kilometer Radfahren (fünf Kilometer mehr als üblich) und 42,195 Kilometer Laufen nicht schon hart genug wären. Nein, die Teilnehmer des Ironman werden die Triathlon-Langdistanz am Sonntag bei prognostiziert bis zu 40 Grad absolvieren. Ihnen steht eine zehrende Hitzeschlacht bevor.

          Die Leiden, die solch extremer Ausdauersport naturgemäß bereithält, werden aber in Frankfurt stets gelindert durch die Zehntausenden Zuschauer am Streckenrand. Besonders der finale Marathonlauf am Mainufer lockt viele Besucher an, die für eine begeisternde Atmosphäre sorgen. „Wenn ich aus meinem Hotelzimmer auf die Laufstrecke blicke, steigt die Vorfreude immens. Dann könnte ich sofort auf Start drücken. Ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit Frankfurt“, sagt der Kraichgauer Sebastian Kienle, der am Main mit drei Siegen Rekordgewinner ist und auch bei der 18. Ausgabe zu den Favoriten gehört.

          Da mit Kienle, Jan Frodeno und dem gebürtigen Nordhessen Patrick Lange vom DSW Darmstadt alle drei deutschen Topstars des Triathlons dabei sind, ist am Sonntag großer Sport zu erwarten. Kienle, Frodeno und Lange haben seit 2014 den prestigeträchtigen Weltmeistertitel im Ironman-Dorado Hawaii unter sich ausgemacht. Das Frankfurter Rennen, offiziell die Europameisterschaft, gehört zu den wichtigsten in der Szene. Der Sieg auf der Ziellinie am Römer – gegen 14.15 Uhr wird der Gewinner erwartet, gegen 15.15 Uhr die Gewinnerin, gegen 22 Uhr der Letzte – zählt viel. „Ich will in der Heimat dieses Rennen gewinnen. Das treibt mich an, das peitscht mich nach vorne“, sagt Lange. Sogar ein hessischer Doppelsieg ist in diesem Jahr möglich: Die Darmstädterin Daniela Blymehl geht als Favoritin in das Rennen der eisernen Frauen.

          Straßensperren und Umleitungen

          Ein Rennen im Herzen einer Großstadt und nicht wie sonst in dieser Disziplin irgendwo an der Peripherie – auch das ein Grund, warum der Ironman Frankfurt bei Profis wie Amateuren sehr hoch im Kurs steht. Die 3000 Startplätze waren wieder schnell vergeben. Und so werden am Sonntag Athleten aus 81 Nationen an den Start gehen, wenn der „längste Tag des Jahres“ um 6.25 Uhr mit dem Schwimmen am Langener Waldsee beginnt. Die Radstrecke führt traditionell von Langen aus über die Frankfurter Innenstadt auf einen zweimal zu befahrenden Rundkurs in Main-Kinzig-Kreis und Wetterau. Über die Friedberger Landstraße kehren die Sportler zurück in die City und wechseln am Mainufer dann auf den Laufkurs.

          Karte Ironman Streckenverlauf
          Vergrößern

          Entlang der Rennstrecke – in Frankfurt ist unter anderem die Hanauer Landstraße betroffen – kommt es wie in jedem Jahr zu Straßensperrungen und Umleitungen. Mitunter gelten sie vom frühen Morgen bis in den frühen Abend hinein. Autofahrer müssen sich auf Verzögerungen einstellen. Ein detaillierter Plan zu den Verkehrsbehinderungen findet sich im Internet auf der Homepage des Veranstalters. In Frankfurt werden am Sonntag einige Bus- und Bahnlinien umgeleitet, unterbrochen oder eingestellt. Ungehindert fahren dagegen die S-Bahnen. Auch für viele Zuschauer ist der Ironman-Tag der längste des Jahres. Die Polizei rät daher, ausreichend zu trinken, eine Kopfbedeckung zu tragen und schattige Plätze am Streckenrand aufzusuchen.

          Stimmungsvoll geht es nicht nur an der Laufstrecke am Mainufer zu, sondern auch am Radkurs. Hotspots für Zuschauer – das gilt an diesem Sonntag buchstäblich – sind beispielsweise der „Heartbreak Hill“, die Steigung auf der Frankfurter Straße in Bad Vilbel. „The Hell“ wird die Kopfsteinpflasterpassage durch die Altstadt von Maintal-Hochstadt genannt. Den Namen „The Beast“ hat sich die Steigung in der Altstadt von Bergen-Enkheim über die Jahre verdient.

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