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Iraner in Frankfurt : Mehr als die Heimat der Eltern

  • -Aktualisiert am

Wahlfrankfurterin: Die Iranerin Samine Mojaver lebt seit 2017 am Main. Einmal im Jahr besucht sie ihre Familie in Teheran. Bild: Cornelia Sick

40 Jahre nach der Islamischen Revolution kommen noch immer Menschen aus dem Iran nach Frankfurt. Das Land im Orient prägt ihr Leben – auch das derjenigen, die hier schon seit Jahrzehnten wohnen.

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          Durch den Niddapark hallt die Popmusik von Sirvan Khosravi. Etwa 200 Iraner haben sich zu einem Konzert unter freiem Himmel versammelt. „Hier kennt sich jeder“, sagt ein Besucher. Die Menschen tanzen auf einer Wiese, der DJ, der vor ihnen auf einer Bühne steht, mischt amerikanische Hits mit iranischen. Es gibt alkoholische Getränke, Wasserpfeifen und gegrillte Lammspieße. Die meisten der Gäste seien aus Iran geflohen, sagt Manouchehr Paniri, der Organisator des Fests. Er selbst ist vor 30 Jahren nach Frankfurt gezogen. Seit 20 Jahren organisiert der Musikbegeisterte iranische Veranstaltungen.

          Zwei Wochen später findet vor dem iranischen Konsulat in Frankfurt eine Mahnwache statt: Ein Dreiundachtzigjähriger wird von einem vermeintlichen Mitarbeiter des Konsulats geschubst, so dass er mit dem Kopf auf den Boden stürzt. Gemeinsam mit etwa 15 Personen hatte er gegen die iranische Regierung demonstriert. Außerdem hätten Konsulatsvertreter Frauen beschimpft, weil sie kein Kopftuch getragen hätten, schildert Nesa Hesami, eine Teilnehmerin. Die gebürtige Iranerin lebt seit 1986 in Frankfurt und engagiert sich für die von ihr so bezeichnete „Befreiung des Irans“. Die Polizei hat eine Anzeige aufgenommen und ermittelt wegen Beleidigung und Körperverletzung.

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