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Interview mit Daniel Brosinski : „Uns hat kaum einer auf der Rechnung“

  • -Aktualisiert am

Gibt volle Leistung: Daniel Brosinski Bild: Jan Huebner

Mainz 05 geht mit zwei Siegen in Folge in die Länderspielpause. Daniel Brosinski spricht über die Herausforderungen und sein Händchen für weite Einwürfe.

          Dass Mainz 05 zwei Spiele hintereinander gewinnt, war in den vergangenen Monaten nicht an der Tagesordnung. Am Ende der vorigen Saison ist das gegen Leipzig und in Dortmund gelungen, jetzt gegen Werder Bremen und beim 3:1 in Freiburg. Wie war das Gefühl, damit in die Länderspielpause zu gehen?

          Einerseits ist das nach den zwei englischen Wochen, die wir hatten, gerade auch mit dem DFB-Pokalspiel über 120 Minuten gut. Andererseits ist es schlecht, wenn du einen solchen Lauf hast, dass er durch eine Länderspielpause unterbrochen wird. Wir waren in einem guten Flow. Aber für die Spieler, die viel gespielt haben, ist es eine willkommene Pause, in der man mal ein bisschen die Füße hochlegen kann, in der man dem Körper eine kleine Auszeit gibt und der Druck ein bisschen raus ist.

          In Spielen gegen den SC Freiburg hat sich in den vergangenen Jahren meist ein bisschen die Richtung entschieden, in die es für Mainz 05 geht...

          …das stimmt.

          Vorige Saison ging es nach der völlig unnötigen Niederlage in den Nichtabstiegskampf, geht es jetzt in die andere Richtung?

          Um das sagen zu können, ist es noch viel zu früh. Ich weiß nur, dass wir voriges Jahr in Freiburg auch eine sehr gute erste Halbzeit gespielt haben, es aber versäumten, die Tore zu machen. Diesmal haben wir sie gemacht. Ich habe nichts dagegen, wenn es in die angesagte Richtung geht, aber wir sollten uns nicht sehr damit beschäftigen, es ist erst ein Drittel der Saison vorüber. Wir schauen jetzt erstmal, dass wir gegen Dortmund den dritten Sieg hintereinander einfahren können. Das gab es ja in den letzten Jahren auch noch nicht so oft. (lacht) Uns wird kaum jemand auf der Rechnung haben, aber wenn wir so spielen wie zuletzt, ist das drin.

          Mainz 05 hat sich von einer reinen Umschaltmannschaft zu einer Mannschaft entwickelt, die auch mit Ball spielen will. In den vergangenen Jahren hat fast die gesamte Bundesliga über Ballbesitz gestöhnt, hat das als Last empfunden. Was hat sich geändert, dass Ihr Team jetzt die Lust und den Mut hat, den Gegner mit Ballbesitzfußball zu bearbeiten?

          Ich glaube, es ist nicht nur Ballbesitz, es ist auch viel der Kampf um die zweiten Bälle und das Pressen nach Ballverlust. Das haben wir in den ersten 30 Minuten in Freiburg überragend gemacht. Eine symptomatische Szene war, als Kunde aufs Tor schießt, der Ball wird geblockt, fällt runter, und er rennt hinterher und holt sich den Abpraller. So etwas macht den Gegner auch etwas müde im Kopf, wenn er weiß, Mainz hat wieder Ballbesitz, kann wieder in Ruhe aufbauen, die Außenverteidiger kommen zum Flanken. Wir haben die Räume überragend besetzt, auch wenn die Pässe nicht immer ankamen, haben wir gleich den zweiten Ball geholt. Das war der Schlüssel in der ersten Halbzeit, damit kam Freiburg überhaupt nicht klar. Natürlich haben wir den Ball auch gut laufen lassen, weil wir im Zentrum immer Überzahl hatten, bis der Gegner umgestellt hat. Danach wird es mit Ball ein bisschen schwieriger, aber wir haben es trotzdem immer wieder probiert.

          Mainz 05 spielt im Prinzip jetzt den Fußball, den Sandro Schwarz schon vor der vorigen Saison propagiert hatte. Warum klappt es jetzt? Was ist anders als vorige Saison? Liegt es an den Zugängen?

          Ich glaube, vorige Saison hat der schlechte Start dazu beigetragen, dass das nicht funktionierte. Wir hatten auch gute Spiele zum Auftakt wie zu Hause gegen Hannover, als wir 3:0 hätten führen müssen, aber 0:1 verloren haben. Die Niederlage in Stuttgart war unglücklich, beim 2:3 gegen Hoffenheim lagen wir schon 2:0 in Führung. Nach so vielen Negativerlebnissen fehlt dir irgendwann das Zutrauen in die eigenen Aktionen, du hast kein Selbstvertrauen mehr, ins Eins-gegen-eins zu gehen. Wir haben uns sicher nicht immer mit Ruhm bekleckert, aber das hing auch mit dem schlechten Saisonstart zusammen.

          Das hätte jetzt nach den sieben Spielen auch passieren können…

          Hätte passieren können, ja.

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