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Internetknoten Frankfurt : Auf der Suche nach der undichten Stelle im Netz

„Wir können mit bestem Wissen und Gewissen sagen, dass sich amerikanische und britische Geheimdienste bei uns keinen Zugang verschafft haben“, sagt der technische Leiter der De-Cix GmbH, Arnold Nipper Bild: dpa

Wo nur könnte die undichte Stelle in Frankfurt sein? Der Frankfurter Austauschpunkt-Betreiber De-Cix winkt ebenso ab wie Rechenzentrumsbetreiber Equinix. Mit Kenntnis des Betreibers sei ein „Datenklau“ gar nicht denkbar, heißt es.

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          Wo nur könnte die undichte Stelle in Frankfurt sein? Diese Frage stellt sich, seitdem der „Spiegel“ berichtet hat, amerikanische Geheimdienste hätten Internetknotenpunkte angezapft. Arnold Nipper winkt ab: „Wir können nach bestem Wissen und Gewissen sagen, dass sich amerikanische und britische Geheimdienste bei uns keinen Zugang verschafft haben“, sagt der technische Leiter der De-Cix GmbH, die am Main den größten Internetknoten der Welt betreibt. So heißt es jedenfalls landläufig, und die Aussage ist auch von Zahlen zum Datendurchsatz gedeckt. Nur ist der Begriff „Internetknoten“ laut Nippers Sicht ungenau.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Frankfurt ist ein großer Internetknoten“, sagt er. Zu diesem Knoten gehörten verschiedene Austauschpunkte. An diesen Punkten werden Daten von einem Netz in ein anderes weitergeleitet. Der De-Cix ist der größte, aber nicht der einzige Austauschpunkt. Seine Hochleistungsrechner befinden sich wiederum in drei Rechenzentren in Frankfurt: bei Interxion an der Hanauer Landstraße, bei Telecity an der Gutleutstraße und beim Netzbetreiber Leve l3 an der Kleyerstraße im Gallus. Zudem verbindet ein Kabel den De-Cix-Standort im Gutleutviertel mit dem Rechenzentrum von E-Shelter in Rödelheim.

          „Bei uns gilt das Datenschutzgesetz“

          Wer Daten aus den De-Cix-Anlagen abzapfen wollte, müsste sich im Wortsinn einstöpseln, wie Nipper sagt. Und zwar in einer der vielen hundert Buchsen an einem der Hochleistungsrechner. Dergleichen schließt er aus. Klaus Landefeld, Infrastruktur-Vorstand des Branchenverbands Eco und Beiratsmitglied von De-Cix, pflichtet ihm bei. Theoretisch könnte ohne Kenntnis eines Betreibers eines der vielen Glasfaserkabel im Frankfurter Boden, durch die Daten fließen, angezapft werden. Das könnte aber nicht unbemerkt geschehen, sagt Landefeld.

          Jörg Rosengart, Chef des Rechenzentrumbetreibers Equinix in Frankfurt, stimmt zu und sagt: „Da würden sofort die Sicherheitssysteme anspringen.“ Mit Kenntnis des Betreibers sei ein „Datenklau“ schon gar nicht denkbar, da dies strafbar wäre. Rosengart, der De-Cix zu seinen Kunden zählt, hebt hervor: „Bei uns gilt das deutsche Datenschutzgesetz auch gegenüber unserem Mutterkonzern in Amerika - und das wird auch so akzeptiert.“

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