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Internat Schloss Hansenberg : Um Kochs Leuchtturm ist es ruhig geworden

  • -Aktualisiert am

Schloss Hansenberg: Die Internatsschule mit Oberstufengymnasium wurde zu einem Bestandteil der hessischen Schullandschaft. Bild: Cornelia Sick

Das Oberstufengymnasium Schloss Hansenberg im Rheingau besteht seit zehn Jahren. Die bauliche Entwicklung des Internats ist abgeschlossen. Damit hat die Schule auch eine neue Chefin bekommen.

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          Die in der nächsten Woche anstehende Feier zum zehnjährigen Bestehen setzt den Schlusspunkt unter die Aufbauphase der Internatsschule Schloss Hansenberg im Rheingau. Die ersten Abiturienten haben das 2003 gegründete Oberstufengymnasium in Geisenheim für „besonders leistungsstarke, leistungsmotivierte und sozialkompetente Schüler“ im Jahr 2006 verlassen, und die Mehrzahl hat nach einem freiwilligen sozialen Jahr und dem Studium inzwischen den Einstieg in die berufliche Karriere gefunden.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Auch die bauliche Entwicklung des 23Millionen Euro teuren, politisch heftig umstrittenen „Leuchtturmprojekts“ in der Ära von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) steht vor dem Abschluss. Mit einiger Verzögerung soll im Februar das Mehrzweckgebäude eröffnet werden, das unter anderem acht weitere Appartements für Internatsschüler bereithält. „Wir haben an diesem Standort die letzte Chance zur Erweiterung genutzt“, sagt Geschäftsführerin Viktoria von Zitzewitz-Schänzer.

          Keine nennenswerten Schwächen

          Der Übergang von der Aufbauphase in die „Normalität“ ist überdies verbunden mit einem Wechsel in der Schulleitung. Im Sommer dieses Jahres verließ Gründungsdirektor Wolfgang Herbst den Hansenberg nach zehn Jahren. Susanne Gebauer, bislang Schulleiterin des mit 1300 Schülern deutlich größeren Wolfgang-Ernst-Gymnasiums in Büdingen, trat im August die Nachfolge an. Sie will durchaus neue Akzente setzen und sieht ihren Auftrag auch darin, den „Solitär“ Hansenberg zu einem integralen Bestandteil der hessischen Schullandschaft zu entwickeln.

          Die Pädagogin ist vier Monate nach ihrem Dienstantritt voll des Lobes über die soziale Kompetenz und das Engagement der 200 Schüler und die Motivation der 32 Lehrer und acht Sozialpädagogen. In der ersten Dekade der Schulgeschichte sei es gelungen, ein „spektakuläres Programm“ für die Schüler zusammenzustellen. Eine Schulinspektion habe dem Hansenberg erst kürzlich bescheinigt, dass es keine nennenswerten Schwächen gebe.

          „Wir sind keine Elite-Kaderschmiede“

          Beeindruckt ist Gebauer von der intensiven Identifikation der „Hansenberger“ auch nach dem Schulbesuch. Es gebe ein umfassendes Netzwerk, einen Ehemaligenverein und eine Stiftung, die schon bald erste Stipendien vergeben wolle. Den bisherigen Absolventen sei bewusst, welche umfassende Förderung sie erfahren hätten, und sie hegten den Wunsch, der Schule und den aktuellen Schüler etwas davon zurückzugeben.

          Bemerkenswert findet Gebauer, dass sich von den Internatsschülern, die zu mehr als 90 Prozent von hessischen Schulen kommen, mehr als die Hälfte für ein naturwissenschaftliches Studium entscheidet. „Wir sind keine Elite-Kaderschmiede“, sagte Gebauers Vorgänger Herbst bei jeder Gelegenheit, sondern man stelle soziale Verantwortung und soziales Engagement in den Vordergrund. Dabei wird es nach Gebauers Einschätzung auch bleiben. Die Uni Mainz wurde für ein Langzeitprojekt gewonnen, um den Werdegang der „Hansenberger“ im Blick zu behalten.

          Zudem scheitere der Zugang zum Hansenberg nicht am Einkommen der Eltern. Der Schulbesuch ist unentgeltlich, und für die monatlich 350 Euro für Logis und Verpflegung gibt es einen Pool privater Stifter und Sponsoren. Um ihre Existenz muss die vor allem von der hessischen SPD lange kritisch bis ablehnend beäugte Schule nach dem Ausgang der Landtagswahl nicht mehr fürchten. In ihrem Wahlprogramm war den Sozialdemokraten schon diesmal der Hansenberg keine Zeile mehr wert.

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