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Gründungsidee : Ein Schwimmbad für Muslime

Kleiderordnung für Männer und Frauen: Der Körper muss mindestens zwischen Knie und Bauchnabel verhüllt sein. Bild: dpa

Durch den Bau eines Schwimmbads für Muslime will Abdullah Zeran die Integration vorantreiben. Was nach einem Widerspruch klingt, ist seiner Ansicht nach eine Chance.

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          Abdullah Zeran ist Frankfurter. Und er ist Muslim. „Ich habe einen anderen Blickwinkel auf die Sachen“, sagt er. Mit den „Sachen“ meint er Fragen der Integration und des Zusammenlebens. Und er meint das Gefühl, als Muslim oft missverstanden zu werden. Schwimmen war der Familienvater schon seit 25 Jahren nicht mehr. Denn der Besuch eines öffentlichen Bades widerspricht seinem Glauben. Zumindest so, wie er ihn auslegt und lebt. Der Bau eines „Islamischen Schwimmbads“ in Frankfurt ist seiner Meinung nach überfällig. Die Realisierung eines solchen Projekts könne die emotionale Bindung vieler Muslime positiv beeinflussen. „Denn nur wer sich verstanden und akzeptiert fühlt, wird sich auch beheimatet fühlen“, sagt Zeran.

          Marie Lisa Kehler

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Schon 2014 hat der Achtunddreißigjährige versucht, einen Verein zu gründen, um den Bau eines solchen Schwimmbades voranzutreiben. Aber ein Verein müsse immer auch gemeinnützig sein, und da Nichtmuslime zwar nicht grundsätzlich vom Schwimmbadbetrieb ausgeschlossen, sie aber auch nicht direkt angesprochen werden sollen, sei die Idee mit der Vereinsgründung schließlich wieder verworfen worden. „Das harmonierte nicht“, sagt Zeran. Auch dürfe der Verein keine Gewinne erzielen. Aber genau das ist das langfristige Ziel.

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