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Corona-Krise : Das Jugendamt bleibt auf der Hut

In Sicherheit: Wenn Kinder gefährdet sind, stellt der Staat sie unter seinen Schutz – auch gegen den Willen der Eltern. Bild: dpa

Jeden Tag werden in Frankfurt Kinder aus ihren Familien in die Obhut des Staats genommen. Das ist ein schwerwiegender Schritt – aber er schützt die Schwächsten.

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          Das Kind muss mit den Fremden mit. Ab in einen Wagen, dann geht es ins Heim. Klingt hart, doch das passiert jeden Tag in Frankfurt. 384 Inobhutnahmen führte das Team Kinder- und Jugendschutz der Stadt im vergangenen Jahr durch. Und das sind nur die Einsätze, die abends oder am Wochenende vorkamen. Tagsüber sind die Sozialrathäuser zuständig. Machen sie zu, übernimmt das Team. Es garantiert die dauerhafte Erreichbarkeit des Jugendamts, 365 Tage im Jahr.

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Inobhutnahmen also, ION, Paragraph 42, Sozialgesetzbuch VIII. Was so sperrig-bürokratisch klingt, bedeutet: Kinder werden dem Einfluss ihrer Eltern entzogen. Die Eltern dürfen vorerst nicht mehr bestimmen, wo das Kind lebt, was es isst, wann es zu Hause zu sein hat. Sie können das Kind so aber auch nicht mehr schütteln, schlagen oder drangsalieren. Die Minderjährigen werden in einer Pflegefamilie oder einem Heim untergebracht, manchmal auch nur für eine Nacht, bis die Situation unter Kontrolle ist. Insgesamt kann man sagen: Dass Kinder in Obhut genommen werden, das passiert, wenn eine Kindeswohlgefährdung vorliegt oder ein Kind selbst um Schutz bittet.

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