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Standortinitiative : Für Inder ist Frankfurt die beste Adresse

Zentrale Lage und gute Erreichbarkeit locken indische Unternehmen nach Frankfurt. Bild: AFP

Zentrale Lage, internationaler Flughafen, viele Landsleute. Mit Argumenten wie diesen lockt die Standortinitiative Frankfurt/Rhein-Main indische Unternehmen in die Region.

          Ashok Bildikar kennt Frankfurt. „Sehr gut sogar.“ Als er das sagt, steht der Geschäftsführer des Software-Unternehmens Neeyamo in einem Konferenzraum seines Unternehmens in einem großen IT-Park im Westen der indischen Großstadt Pune und schaut in überraschte Gesichter von 15 Besuchern aus der Rhein-Main-Region. Nicht viele der rund 1,3 Milliarden Einwohner des Subkontinents können schließlich von sich behaupten, die gegenüber indischen Megacitys überschaubare Stadt am Main gut zu kennen. Nun muss aber auch der Manager einschränken: Auf den vielen Reisen, die Bildikar in den vergangenen Jahren unternommen hat, um sein 2009 gegründetes Unternehmen bekannter zu machen, habe er viele Stunden am Frankfurter Flughafen verbracht. Doch das soll sich ändern. Noch in diesem Jahr eröffnet Neeyamo in oder bei Frankfurt seine Deutschland-Vertretung und will dort in den kommenden Jahren zwischen 25 und 100 Mitarbeiter beschäftigen, wie der Geschäftsführer sagt.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es ist der zweite Tag der Delegationsreise der Frankfurt/Rhein-Main GmbH durch die beiden indischen Metropolen Pune und Mumbai, die heute zu Ende geht. Für die Standortmarketingagentur gehört Indien zu den sieben Ländern, in denen sie besonders intensiv um Unternehmen wirbt. Schon heute ist in der Region rund um Frankfurt mit 8000 Indern die bundesweit größte Community des Landes zu Hause, und dabei soll es nicht bleiben. Während der Reise werben die Unternehmer, Politiker und die Vizepräsidenten zweier Universitäten für den Investitionsstandort Frankfurt.

          IT-Lösungen für Personalabteilungen

          Der Fall Neeyamo zeigt, wie die Arbeit der regionalen Standortagentur in Indien funktioniert. Vor etwa einem halben Jahr zeigte das Unternehmen, das zu den am schnellsten wachsenden Software-Entwicklern Indiens gehört, Interesse an einem Büro in Deutschland und ging auf die Deutsch-Indische Handelskammer zu. Über das Netzwerk des vor fünf Jahren in Pune eröffneten Indien-Büros der Frankfurt/Rhein-Main GmbH entwickelten sich erste Gespräche. „Dieses Netzwerk haben wir in den vergangenen Jahren aufgebaut“, sagt Disha Shah. Die gebürtige Inderin lebte bis zu ihrem Engagement beim regionalen Standortmarketing einige Jahre lang in Frankfurt, nun ist sie für die Vermittlung indischer Betriebe an den Main verantwortlich. „Die Ansiedlung von Neeyamo zeigt, wie wichtig es ist, mit eigenen Leuten vor Ort vertreten zu sein“, sagt Frankfurt/Rhein-Main-Geschäftsführer Eric Menges. Er und Bildikar unterzeichnen am Dienstag eine Absichtserklärung, wonach das Neeyamo-Büro im Laufe des Jahres eröffnen soll.

          Das Unternehmen bietet IT-Lösungen für Personalabteilungen an, mit Hilfe derer international aufgestellte Unternehmen zum Beispiel die Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellen lassen können. Zuletzt wurde der Industriekonzern Siemens als Kunde gewonnen, berichtet Bildikar. Neeyamo befindet sich künftig in guter Gesellschaft. Von den rund 260 indischen Unternehmen, die derzeit in Deutschland eigene Niederlassungen betreiben, sind Zahlen der regionalen Standortagentur zufolge 140 in Frankfurt und Umland angesiedelt – darunter die Icici-Bank (Eschborn) und die State Bank of India, Pharma-Betriebe wie Bilcare und Evolvus (alle Frankfurt) sowie neun der 20 größten IT-Konzerne des Landes.

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