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Datenschutzregel : Den Schufa-Kritikern gehen die Daten aus

Transparenzinitiative gegen Schufa: Wie wird die Bonität berechnet? Bild: dpa

Eine Initiative wollte ermitteln, wie die Schufa in Wiesbaden die Kreditwürdigkeit von Millionen Bürgern berechnet. Das Projekt droht nun an den neuen Datenschutzregeln der EU zu scheitern.

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          Das Gebäude könnte kaum schlichter sein: Ein rot-weißer Klinkerquader mit fünf Stockwerken, großen Fenstern und einem dezenten Firmenlogo unter der Dachkante. Nebenan ist ein Parkplatz, in der Ferne rauscht der Verkehr der Autobahn A 643. In diesem Bürobau in Wiesbaden, zwischen Kormoranweg und Schiersteiner Hafen, sitzt das Böse – zumindest wenn man den Kritikern glaubt. Und davon gibt es viele. Denn die Schufa Holding, ein mittelständisches Unternehmen mit 850 Mitarbeitern, hat Daten von mehr als 67 Millionen Menschen und fünf Millionen Firmen gespeichert, berechnet deren Kreditwürdigkeit und beeinflusst damit, ob jemand ein Bankkonto, einen günstigen Handyvertrag oder eine Wohnung erhält.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Vorhaben einer Berliner Initiative klang deshalb für viele vielversprechend: „Wir knacken die Schufa“, kündigte die Transparenzinitiative „Openschufa“ an und warb um Spenden. 43.368 Euro kamen schnell von Unterstützern zusammen. Auch die Schufa selbst nahm das Projekt sofort ernst. Sie veröffentlichte unter anderem eine mehrseitige Erklärung, in der die Auskunftei der Initiative vorwarf, mit dem Vorhaben dem Wirtschaftsstandort Deutschland zu schaden, Betrug zu fördern und befangen zu sein.

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