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Blindenfußball für Kinder : Kicken mit Dunkelbrille

  • -Aktualisiert am

Herantasten an die Aufgabe: Kinder lernen, sich mit der lichtundurchlässigen Schutzbrille zu bewegen. Bild: Frank Rumpenhorst

Die Initiative „Neue Sporterfahrung“ gibt Kindern einen Einblick in den Blindenfußball. Damit alle die gleichen Voraussetzungen haben, wird mit einer Dunkelbrille gespielt.

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          Als die Kinder in die kleine Halle des TSG Vorwärts im Frankfurter Stadtteil Rödelheim strömen, steigt die Geräuschkulisse. Zehn Jungen und Mädchen vom Kinderzentrum Niddagaustraße, alle zwischen sechs und zehn Jahre alt, sollen am Montagmorgen einen neuen Sport lernen: Blindenfußball. Bewegungsdrang bringen die Kinder allemal mit. Das Training leitet Hasan Koparan, 33, Blindenfußballer seit gut 15 Jahren. Damals, als er selbst noch ein Schüler war, sei der Nationaltrainer der deutschen Blindenfußballmannschaft an seine Schule gekommen. Da habe er Feuer gefangen, erinnert sich Koparan, der selbst sehbehindert ist. „Ich bin von der ersten Minute an dabei, seit es den Sport in Deutschland gibt.“ 100 bis 150 aktive Blindenfußballer gebe es inzwischen bundesweit, schätzt er.

          Bevor das Training losgeht, erklärt er den Kindern seinen Sport: Gespielt wird mit einer Dunkelbrille, damit alle die gleichen Voraussetzungen haben, denn nicht alle Spieler sind gleich sehbeeinträchtigt. Der Ball rasselt, damit die Sportler ihn hören können. Statt elf gegen elf wird in Mannschaften von je fünf Leuten gespielt, inklusive sehendem Torhüter. Damit die Spieler stets wissen, wo sie sich befinden, gibt es sehende Trainer, die laut rufend Orientierungshilfen geben. „Kannst du nicht mal deine Schuhe sehen?“, will ein Junge von Koparan wissen. „Nein. Sind die schön?“, fragt der zurück.

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