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„Frankfurt barrierefrei“ : Wie attraktiv ist Frankfurt für Touristen mit Handicap?

Barrierefrei: In den städtischen Museen sind alle Besucher nah dran am Geschehen. Bild: Andi Weiland

Für behinderte Menschen kann ein Städtetrip zu einer ungewollten Abenteuerreise werden. Frankfurt hat deshalb einen Reiseführer für Touristen mit Handicap herausgebracht. Und die Bemühungen der Stadt scheinen sich zu lohnen.

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          Aufs Deck eines Schiffes hat er es in der Vergangenheit bisher nur selten geschafft. Denn dorthin gelangt meist nur, wer Treppen steigen kann. Samuel Marie, der sich im Internet nur „Sam fait rouler“ nennt, kann das nicht. Er sitzt seit einem Unfall im Rollstuhl. Reisen will er trotzdem. Auch um zu zeigen, dass Barrierefreiheit meist schon im Kopf beginnt – und manchmal trotzdem an einer Bordsteinkante endet. Seine Route hat den jungen Franzosen auch nach Frankfurt geführt. Im Internet nimmt er seine Follower per Video mit auf eine Tour durch die Stadt. Palmengarten, Historisches Museum, Apfelweinkneipe, Altstadt und zum Abschluss eine Rundfahrt auf dem Main. Dass Touristenschiffe extra Aufzüge böten, um Rollstuhlfahrern wie Samuel Marie eine Ausfahrt auf Deck zu ermöglichen, zeige, dass die Zielgruppe der Menschen mit Behinderung mittlerweile für viele Unternehmen interessant sei, sagt Anke Haub von der Tourismus und Congress GmbH. Barrierefreiheit muss ihrer Überzeugung nach mehr sein als eine lästige Bauvorschrift, nämlich eine Selbstverständlichkeit, sagt sie und weist auf den  „Tag der Menschen mit Behinderung“ hin.

          Marie Lisa Kehler

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          In Frankfurt scheint vieles in Bewegung zu sein. So bieten nach Haubs Angaben einige Hotels schon mehr Zimmer für Behinderte an, als es gesetzlich vorgeschrieben sei. Allein im „Moxy Frankfurt East“ seien es 20. „Da kann eine ganze Reisegruppe absteigen.“ Die Frankfurter Tourismus und Congress GmbH bemüht sich seit Jahren, die Stadt für behinderte Menschen als Ausflugziel attraktiver zu machen. Auf speziellen Messen, wie etwa der Düsseldorfer Rehacare, wurde etwa der Frankfurt-Reiseführer „Barrierefrei“ vorgestellt, der Behinderten den Weg durch die Stadt zeigen soll.

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