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Industriepark Griesheim : Ende der Chemie

Die chemische Produktion in Griesheim wird langsam zurückgefahren. Bild: Wolfgang Eilmes

Im Frankfurter Stadtteil Griesheim steht der Industriepark vor einem Wandel. Denn die Zeit der Chemiebetriebe neigt sich dem Ende zu.

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          Der Industriepark im Frankfurter Stadtteil Griesheim steht vor einem Wandel. Anders als bisher, sollen künftig nicht mehr Chemiebetriebe das rund 74 Hektar große Gelände prägen, sondern kleinteiliges Gewerbe. Wie der Spezialchemiekonzern Clariant mitteilte, hat er seinen 54 Hektar großen Standort für 99 Jahre an den Berliner Immobilienentwickler Beos verpachtet, also bis zum Jahr 2118. Nicht im Vertragsumfang enthalten sind die Flächen der SGLCarbon sowie der Firma Rath, die eine Werkstatt für Schienenfahrzeuge betreibt. Beos will den Industriepark zu einem modernen, gemischt genutzten Gewerbequartier weiterentwickeln.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie berichtet, wurde die chemische Produktion in Griesheim in den vergangenen Jahren langsam zurückgefahren und nun komplett eingestellt. Auch ein Gefahrgutlager, das bisher einen Mindestabstand zu neuen Wohnprojekten und anderen sensiblen Nutzungen nötig machte, soll eingeschränkt werden. Das Unternehmen Infraserv Logistics will das Lager zwar weiterhin betreiben, allerdings nur noch für Materialien, die nicht unter die Störfallverordnung fallen. Zum Jahresende hat Infraserv die Genehmigung für den Betrieb eines Lagers gemäß des Bundes-Immissionsschutzgesetzes an das Regierungspräsidium Darmstadt zurückgegeben.

          Derzeit sind in dem Industriepark 30Unternehmen mit rund 450 Mitarbeitern ansässig. Darunter sind viele mittelständische Betriebe. „Der Industriepark Griesheim bietet angesichts der großen Nachfrage nach Gewerbeflächen in der gesamten Rhein-Main-Region großes Potential“, sagt der für die Region zuständige Beos-Vorstand Holger Matheis. „Wir stehen noch ganz am Anfang unserer Planungen und wollen bei der Entwicklung des Areals eng mit der Stadt Frankfurt zusammenarbeiten sowie auch die Anliegen der Anwohner in der Umgebung und der Bestandsmieter berücksichtigen.“

          Stadt unterstützt die neue Entwicklung

          Die Stadt unterstützt die neue Entwicklung. „Für uns ist es von großer Bedeutung, dass ein solch traditionsreicher Standort wieder neu belebt wird. Nach dem Wegfall der Chemieindustrie hat Clariant mit Beos einen starken Partner für die Neu-Entwicklung gefunden, den wir gerne kraftvoll unterstützen“, sagt Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU).

          Auch stadtplanerisch bieten sich durch den Wegfall der Störfallverordnung neue Perspektiven. So war in der Vergangenheit die Ansiedlung eines Gymnasiums in der Nähe des Industrieparks noch an der Abstandsregel gescheitert. „Wenn sich dort tatsächlich etwas ändert, kann dies für Flächen rund um den Industriepark neue Entwicklungsmöglichkeiten bedeuten“, sagt der Sprecher des Planungsdezernats. Wegen des Schutzes vor Lärm und anderen Emissionen sei ein reines Wohngebiet direkt neben dem Industriepark aber weiterhin nicht möglich.

          Im Stadtteil werden die neuen Pläne mit Erleichterung aufgenommen. Thomas Schlimme, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ortsbeirat, spricht von einem „Weihnachtsgeschenk für Griesheim und die umliegenden Stadtteile“: „Wir hoffen auf viele Arbeitsplätze und neue Bauprojekte.“

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