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Morde, Verdächtige, Aufklärung : Monat der Krimis

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Szene aus dem Schwarzwald Tatort „Für immer und dich“ (Symbolbild). Bild: SWR/Benoit Linder

Spannung auf der Leinwand und im Buch: In Wiesbaden beginnen das „Fernsehkrimifestival“ und der „Krimimärz“. Und das verspricht Spannung pur.

          Dass die Mimi ohne Krimi nie ins Bett geht, sang der deutsch-amerikanische Musiker Bill Ramsey bereits 1962. In Wiesbaden dürfte es der Mimi in den kommenden Tagen deshalb wohl richtig gutgehen. Denn dort steht der Monat März ganz im Zeichen verzwickter Fälle, organisierter Kriminalität und krimineller Clans. Am 7. März beginnt in der Landeshauptstadt der „Wiesbadener Krimimärz“, der bis zum 31. März läuft. Und am Sonntag, 10. März, von 18 Uhr an, ist in der Filmbühne Caligari die Auftaktveranstaltung für die 15. Ausgabe des „Deutschen Fernsehkrimifestivals“.

          Erstmals wird es beim „Fernsehkrimifestival“ einen Ehrenpreis geben. Erhalten wird ihn in diesem Jahr die Schauspielerin Ulrike Folkerts. Als Ludwigshafener „Tatort“-Kommissarin ist Folkerts schon lange im Geschäft. Sie feiert in diesem Jahr ihr 30. „Dienstjubiläum“ im „Tatort“. Der Preis soll Persönlichkeiten würdigen, die sich um den Fernsehkrimi verdient gemacht haben. Nach der Auszeichnung im Caligari läuft dann eine Retrospektive mit drei prämierten Filmen aus den vergangenen Jahren – die Auswahl lief über ein Online-Voting. Ulrike Folkerts ist nicht der einzige prominente Name, mit dem die Festivalmacher aufwarten können. Auch Heino Ferch, Axel Milberg, Hans-Jochen-Wagner oder die Drehbuchautorin Ruth Toma werden während des Festivals zu Gast sein.

          „Die Bandbreite ist groß“

          Insgesamt zehn Filme konkurrieren in diesem Jahr im Wettbewerb um den Preis des Festivals. „Die Bandbreite ist groß“, sagt Festivalleiterin Cathrin Ehrlich. Es geht um Cybermobbing, die Verstrickungen des Verfassungsschutzes in die rechte Szene, organisierte Kriminalität und kriminelle Clans. Die Filme werden im Caligari-Kino an der Marktstraße in der Wiesbadener Innenstadt gezeigt. Welche Produktion am Ende zum besten Krimi gekürt wird, entscheidet eine Jury, zu der unter anderen die Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer und ihr Kollege Oscar Hoppe gehören.

          Der Wettbewerb startet am 12. März von 20 Uhr an mit der Premiere von „Polizeiruf 100 – Kindeswohl“. Der NDR hat den Rostocker „Polizeiruf“ produziert, zur Vorführung im Caligari werden neben den Schauspielern Anneke Kim Sarnau und Josef Heynert auch Regisseur Lars Jessen und Drehbuchautorin Christina Sothmann erwartet. Schauspieler Charly Hübner, das Aushängeschild des „Polizeirufs“ aus Rostock, wird eventuell auch noch anreisen, er ist zumindest angefragt.

          „Spuren des Bösen – Sehnsucht“

          In den folgenden Tagen werden dann auch all die anderen Produktionen, die im Wettbewerb laufen, wie etwa „Gegen die Angst“ vom ZDF und „Spuren des Bösen – Sehnsucht“, eine Gemeinschaftsproduktion von ZDF und ORF, teils als Premieren, zu sehen sein. Und am Freitag, 15. März, ist es dann so weit: Von 20 Uhr an wird der Festivalpreis im Caligari verliehen. Das Festival selbst endet indes erst am Samstag, 16. März, um 19.30 Uhr, mit der „Langen Fernsehkrimi-Nacht“. Bis zum Morgen des 17. März werden noch einmal alle zehn Wettbewerbsfilme gezeigt.

          Der „Krimimärz“, das Festival, das sich den literarischen Kriminalfällen widmet, startet schon heute Abend. Den Auftakt macht Zoë Beck, die in diesem Jahr das Krimi-Stipendium der Landeshauptstadt erhalten hat. Sie stellt von 20 Uhr an im Literaturhaus Villa Clementine ihren Thriller „Die Lieferantin“ vor. Auftreten werden außerdem Autoren wie Petra Reski, Oliver Bottini und Simone Buchholz.

          Besonders spannend dürfte die Lesung von Volker Kutscher werden: Der Autor, der mit seiner Gereon-Rath-Reihe die Vorlage für die Fernsehserie „Berlin Babylon“ lieferte, wird seinen Kurzkrimi „Westend“, der in Wiesbaden spielt, am Samstag, 9. März, von 19.30 Uhr an im Caligari-Kino präsentieren. Kutscher hatte 2018 das Stipendium der Landeshauptstadt erhalten. In seiner Geschichte spielt der Kinofilm „Der Hund von Baskerville“ eine wichtige Rolle. Und deshalb läuft die Sherlock-Holmes-Verfilmung nun auch im Anschluss an seine Lesung.

          Krimi-Festivals

          Der Wiesbadener „Krimimärz“ läuft vom 7. bis zum 31. März (Programm unter www.wiesbaden.de/krimimaerz). Das „Fernsehkrimifestival“ ist vom 10. bis zum 17. März im Caligari-Kino zu Gast (Programm unter www.fernsehkrimifestival.de).

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