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Versiegende Quellen : Wie knapp ist das Wasser in Hessen wirklich?

  • -Aktualisiert am

Tiefschürfend: Am Rande Ulrichsteins, der höchstgelegenen hessischen Stadt, muss nach neuen Quellen gebohrt werden. Bild: Marcus Kaufhold

In einer Kleinstadt in Hessen versiegen die Trinkwasserquellen. Der Klimawandel ist schuld, meint der Bürgermeister und lässt für viel Geld Bohrungen durchführen. Das rettet die Stadt – zumindest vorerst.

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          Mehr als 100 Jahre hat die Kernstadt Ulrichstein im Vogelsberg ihren Wasserbedarf aus den nahegelegenen Schürfquellen gedeckt. Doch langsam versiegen die Quellen. Früher sprudelten sechs bis sieben Liter pro Sekunde, aktuell sind es bestenfalls 1,6 Liter. Benötigt werden aber vier bis fünf Liter pro Sekunde. Bürgermeister Edwin Schneider hält diese Entwicklung für eine Folge des Klimawandels. „Ich bin davon überzeugt, dass Wasser ein teures Gut ist“, sagt er.

          Im Dürresommer 2018 trockneten die Schürfquellen komplett aus. Das Trinkwasser musste fünf Monate lang in Tankwagen aus Brunnen in den Stadtteilen Helpershain und Unter-Seibertenrod herbeigeschafft werden, täglich 50.000 bis 60.000 Liter. Das kostete 60.000 Euro, viel Geld für eine Kleinstadt. Das konnte keine Dauerlösung sein. Nun wurde ein 200 Meter tiefer Brunnen gebohrt, dessen Ertrag vielversprechend ist. Die Notversorgung über den Winter scheint damit sichergestellt zu sein.

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