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Mietpreisbremse : Selbst in Hattersheim wird Miete reguliert

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Manchmal sorgt allein der Name dafür, dass Wohnraum knapp ist

Im Vordertaunus kommt zur Kombination aus knappem Angebot und hohen Preisen noch ein gewisser Exklusivitätsaufschlag hinzu. In einer Stadt wie Bad Homburg sorgt allein der Name dafür, dass das Angebot an günstigen Wohnungen knapp ist. Insofern hofft der für das Wohnungswesen zuständige Stadtrat Dieter Kraft (Die Grünen), dass die Mietpreisbremse den Anstieg in Grenzen hält.

Oberursel hat zwar keinen so exklusiven Ruf wie die benachbarte Kurstadt. Doch die das Stadtgebiet durchquerende U-Bahn, die S-Bahn und die Lage am Wald in Sichtweite Frankfurts haben zu einem Boom geführt. Keine Stadt im Hochtaunuskreis weist ein stärkeres Wachstum auf. Laut Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) werden in Neubauten häufig 12,50 Euro Miete oder mehr verlangt. „Wir versprechen uns einen dämpfenden Effekt von der Mietpreisbremse.“

Das Angebot an Geschosswohnungen in Kronberg ist rar, darum will die Stadt am Bahnhof günstigere Wohnungen bauen lassen. „Günstig“ ist kein Adjektiv, das Immobilienfachleuten beim Namen Kronberg einfällt. Zwischen acht und 13 Euro Miete je Quadratmeter sind üblich, und die Mietpreisbremse soll nach dem Willen der Stadt den Preisanstieg zähmen.

Nicht überall gibt es einen Mietspiegel

Obwohl es für die Stadt keinen Mietspiegel gibt, hat man sich in Mörfelden-Walldorf entschlossen, der Mietpreisbremse eine Chance zu geben. Womit die 35.000 Einwohner zählende Kommune, deren Wohnungsmarkt stark durch die Nähe zu Frankfurt, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden beeinflusst ist, im Kreis Groß-Gerau fortan ein Alleinstellungsmerkmal hat. Aktuell müssen dem Ersten Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn (Die Grünen) zufolge für eine Standardwohnung knapp 7,50 Euro je Quadratmeter gezahlt werden.

Hattersheim gilt schon länger als „Stadt mit erhöhtem Wohnungsbedarf.“ Junge Familien hätten auf dem Markt kaum noch eine Chance, sagt Bürgermeisterin Antje Köster (SPD). Überall im Stadtgebiet verzeichne man steigende Mieten, deshalb begrüße sie die Mietpreisbremse sehr. Flörsheim am Main, das unter Fluglärm leidet, ist dennoch eine Zuzugsgemeinde. Die Zahl der Einwohner wachse langsam, aber stetig, sagt der Erste Stadtrat Sven Heß (GALF). Die Auswirkung der Preisbremse vermag er nicht abzuschätzen, da sie das private Verhältnis von Vermieter und Mieter betreffe. Obwohl es in Schwalbach durch die Wohnstadt Limes ein besonders großes Wohnungsangebot gibt, ist auch dort der Markt angespannt. Es gibt nach den Worten von Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) mehr als 200 Bewerber für Sozialwohnungen. Die Mietpreisbremse könne den Zuzug erleichtern, hofft sie.

Was die Mietpreisbremse für den lokalen Wohnungsmarkt bedeutet, fragt man sich auch in den Verwaltungen von Weiterstadt und Griesheim. In beiden Kommunen in direkter Nachbarschaft zu Darmstadt ist der Wohnungsmarkt angespannt, doch einen Mietspiegel gibt es nicht. In Griesheim, der mit rund 26.000 Einwohnern größten Stadt im Landkreis, wuchs die Bevölkerungszahl in den vergangenen 15 Jahren beträchtlich dank der Ausweisung neuer Wohngebiete. Das Wohnungsamt betont, dass es bei möglichen Verstößen nicht tätig werden kann.

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