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Bundesweite Aktionswoche : Mühsame Überzeugungsarbeit für eine Impfung

Zum Piks bereit: Mit Impfstoff gefüllte Spritzen liegen auf einem Tisch. Bild: dpa

Während der bundesweiten Impfwoche soll die Impfquote gesteigert werden. Das geht nur noch, wenn die Spritze den Zauderern fast unter die Nase gehalten wird.

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          Die bundesweite Impfwoche unter dem Motto #Hierwirdgeimpft setzt den Fokus auf das, was das Frankfurter Gesundheitsamt schon seit Monaten praktiziert: In den Stadtteilen jeden zu umwerben, der bisher noch nicht den Weg ins Impfzentrum gefunden hat. Für all jene, die sich schon vor Monaten in die Festhalle aufgemacht haben, scheint das fast zu viel des Guten zu sein. Im Gesundheitsdezernat ist man sich aber bewusst, dass die Arbeit nun eben mühsamer und kleinteiliger wird, wie eine Sprecherin sagt. Jetzt müsste eben durch aufsuchende Impfungen die letzte Zurückhaltung überwunden werden. Mobile Teams gehen in Jugendclubs und an den Rand des Fußballfelds, auf die Konstablerwache und demnächst auch in Nachbarschaft zu Schulen, um dort Teenager und deren Familien gleich mitimpfen zu können.

          Monika Ganster
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dabei läuft es im Impfzentrum in der Festhalle auch noch gut: Zur Zeit werden noch etwa 1000 Spritzen am Tag gesetzt, berichtet Benedikt Hart, der für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) dafür zuständig ist. Die meisten davon sind Zweitimpfungen, die schon vor langer Zeit vereinbart wurden, aber es sind jeden Tag auch 300 bis 400 spontane Erstimpfungen dabei. Darunter etwa ein Viertel Kinder und drei Viertel Erwachsene, so Hart.

          Zahlreiche Genesene lassen sich nun impfen

          Wer in seinem Umfeld nur Geimpfte kennt, fragt sich, wer sich denn jetzt erst immunisieren lässt. Seine Mitarbeiter haben Hart berichtet, dass sich nun zahlreiche Genesene gemeldet hätten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, sich frühestens vier Wochen nach Abklingen der Symptome einer Covid-19-Infektion impfen zu lassen, dann genügt auch nur eine Spritze, um wieder geschützt zu sein.

          Andere würden auf die Einschränkungen reagieren, die nun auf Ungeimpfte zukommen. Wer monatelang im Home-Office gearbeitet hat, wenig ausgeht und sich immer mit den gleichen Leuten trifft, habe es bisher leicht gehabt, an allen Teststationen vorbeizugehen, glaubt Hart. Wenn jedoch Betriebe wieder auf Anwesenheit ihrer Mitarbeiter pochen und die kühlere Jahreszeit private Treffen im Freien ungemütlich machen, wachse der Druck.

          Auch an der Dippemess hat das DRK eine Impfstation aufgebaut, allerdings sei dort der Erfolg nicht so durchschlagend wie erhofft gewesen, erzählt Hart. In den vergangenen zehn Tagen habe man nur 100 Spritzen setzen können, obwohl es Jetons für Fahrgeschäfte und einen Plüschbembel als Anreiz dazu gebe. Einige hätten sich dort impfen lassen, die das Volksfest gar nicht besuchen wollten, sie hätten nur im Vorbeigehen die Gelegenheit ergriffen. Ein DRK-Mitarbeiter habe sich schließlich ein Herz gefasst und all jene angesprochen, die sich vor der Teststation in einer langen Reihe angestellt hätten. Sein Angebot: Wer sich spontan impfen lässt, darf gleich danach auf die Dippemess, an der Warteschlange vorbei. Doch niemand habe sich auf ein Gespräch einlassen wollen, der Kollege sei eher abgewimmelt worden.

          Dennoch würde Hart immer wieder auf Überzeugung statt Druck setzen. Nur die gezielte Ansprache könne jetzt noch die Impfquote steigern, „wir müssen eben fachliche und wissenschaftliche Überzeugungsarbeit leisten“. Nun gehe es ins „Klein-Klein“. Die Zeiten, in denen das Impfzentrum mit einem Facebook-Post, dass Termine frei seien, noch Scharen anlocken konnte, seien einfach vorbei.

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