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Impfstatus von Lehrern : Schulen sind keine Kontrollbehörden

Test mit Stäbchen: Ein Schüler macht an einer Schule einen Corona-Test. Bild: dpa

Eltern fordern, dass Lehrer ihren Impfstatus offen legen. Dabei ist in Schulen der Umgang mit Corona viel sorgfältiger als anderswo. Zum Impf-Appell sollte besser überall dort gebeten werden, wo es Not tut.

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          Der hessische Landeselternbeirat will, dass Lehrer ihren Schulen sagen müssen, ob sie gegen Corona geimpft sind. Dann könnten die Schulen diese Lehrer nur in gut gelüfteten Räumen unterrichten lassen und eine strengere Maskenpflicht anordnen. Der Beiratsvorsitzende nennt das „gezielter reagieren“. Aus seiner Sicht schüfe eine Pflicht zur Selbstauskunft zudem „Waffengleichheit“. Lehrer wissen, wer in einer Klasse geimpft ist, weil geimpfte Schüler sich nicht testen müssen. „Umgekehrt ist das nicht der Fall.“

          Die Sorge von Eltern um ihre Kinder ist verständlich, die Forderung aber überzogen. Die Lehrer sind in der Pandemie nicht das Problem. Die Schüler übrigens auch nicht, und aus beiden Gründen bilden Schulen keine Corona-Hotspots. Die Schüler-Tests ergaben etwa in Frankfurt zuletzt durch PCR-Tests bestätigte Fälle im Promillebereich, und die wenigsten dürften sich in der Schule angesteckt haben. Das liegt am Lüften, das in allen Klassenzimmern gefordert ist, was die Idee obsolet macht, gut gelüftete Räume für ungeimpfte Lehrer zu reservieren. Es liegt auch an den Masken – und nicht zuletzt daran, dass fast alle hessischen Lehrer geimpft sind, 90 bis 95 Prozent, wie das Kultusministerium schätzt. Diese Quote spricht auch gegen eine Impfpflicht für diese Berufsgruppe. Wenn sich Lehrer impfen lassen müssen, dann bitte alle anderen auch.

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