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Immer noch offline : Hochschule vermutet Hackerangriff

Vom Internet abgeschnitten: Die Universität Gießen nach dem möglichen Hackerangriff (Symbolbild) Bild: dpa

Nach einem IT-Sicherheitsvorfall am 8. Dezember ist die Universität Gießen offline. Das Ausmaß des Schadens wird geprüft. Die Studenten haben gemischte Meinungen zu dem Vorfall.

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          An der Gießener Universität sind alle Computersystem ausgefallen. Als Folge ist die zweitgrößte hessische Universität vom Internet getrennt worden, Homepage, Mail-Server und interne Netzwerke stehen seit Sonntagnachmittag, dem 8. Dezember, nicht zur Verfügung. Wegen des Verdachts, dass ein Hackerangriff dafür verantwortlich ist, hat die Hochschulleitung Strafanzeige gestellt. Das Landeskriminalamt sowie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wurden eingeschaltet. Die dort angesiedelte Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität hat ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet, bestätigte ein Sprecher. Über Näheres könnten noch keine Auskünfte gegeben werden. Auch die Universität nannte keine Einzelheiten. Zur genauen Ursache der IT-Probleme könnten auch mit Blick auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben gemacht werden.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Die Hochschule hatte am Montagmorgen, dem 9. Dezember, über ihre Social-Media-Kanäle darüber informiert, die Rede war von einem schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfall. Wie lange der Serverausfall dauert, dazu lasse sich noch nichts sagen. Am Dienstagnachmittag wolle man in einer internen Veranstaltung über weitere Maßnahmen informieren, hieß es von Seiten der Universität. Man wolle gegenüber den Betroffenen transparent sei. Wichtig sei es zu vermitteln, dass betroffenen Studenten, die beispielsweise Abgabetermine hätten, keine Nachteile entstehen würden. Mit Hilfe von externen IT-Experten, unter anderem des Darmstädter Forschungszentrums für Cybersicherheit, soll in den nächsten Tagen das Ausmaß des Schadens geklärt werden. Die Universität hat einen Krisenstab gebildet. Besonders betroffen ist das Verwaltungsnetz der Uni, deren Rechnerarbeitsplätze derzeit nicht zu nutzen seien. Es soll deshalb geprüft werden, welche Aufgaben auch ohne das Netzwerk erledigt werden könnten. Der Lehr- und Forschungsbetrieb jedenfalls, so heißt es, gehe nach Plan weiter. Des Weiteren kündigte die Hochschulleitung an, einen temporäre Ersatz-Webseite mit aktuellen Informationen zu schalten. Zudem wurde eine Hotline für Fragen eingerichtet. Ansonsten werden mit Hochdruck daran gearbeitet, den Schaden zu beheben.

          Auch das Universitätsklinikum ist betroffen

          Auch die Homepage des Universitätsklinikums ist nicht zu erreichen, die mit der Universität verbunden ist. Auf die den Klinikbetrieb selbst hat das jedoch keine Auswirkungen, wie eine Sprecherin des Klinikums sagte. Betriebsabläufe und Patientenversorgung von der Aufnahme über Pflege bis zu Behandlungen sei gesichert, der Datenverkehr des Klinikums laufe über eigene Server, was auch für die Patientendaten gelte. Die Klinikums-Adresse ist von dem Ausfall nicht betroffen. Alle Mitarbeiter, auch die, die in der Forschung tätig sind, seien über die Adresse des Klinikums jederzeit erreichbar, heißt es.

          In den sozialen Netzwerken ist der Vorfall ein großes Thema. Manche empfahlen, man solle es einfach mal mit einem Neustart versuchen und die Stecker ziehen und 15 Sekunden warten. Andere machen sich Sorgen; so wird etwa die Frage gestellt, ob nun Mahngebühren fällig werden, weil in der Unibibliothek nicht verlängert werden könne. In einem weiteren Kommentar wird sogar gefragt, ob jetzt alle Noten weg seien und das Studium umsonst gewesen sei. Was wiederum ein anderer gelassener sieht: Alles sei kein Problem, solange nur die schlechten Noten gelöscht worden seien.

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