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Stress in der Pandemie : Was Zähneknirschen mit Corona zu tun hat

Olaf Winzen vermutet einen direkten Zusammenhang zwischen dem Stressabbau durch Knirschen und den Sorgen, die sich viele wegen der Pandemie machen. Bild: Frank Röth

In Schlafzimmern wird nachts auf Problemen herumgekaut. Immer mehr Menschen verarbeiten im Schlaf ihren Stress mit Knirschen. Zahnarzt Olaf Winzen sieht einen Zusammenhang zwischen Anstieg und Pandemie.

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          Stress erkennt Olaf Winzen an den Zähnen. Wenn seine Patienten nachts unbewusst den Druck, der sich aufgestaut hat, durch Pressen oder Knirschen abbauen, hinterlässt das nach einigen Monaten Spuren. Wenn sie damit zu ihm kommen, dann haben viele Patienten schon einen wahren Ärzte-Marathon hinter sich. Denn das Pressen und Knirschen mit den Zähnen geht oft mit Begleitbeschwerden einher. Die Muskelverspannung im Kiefer kann zu Kopf- und Nackenschmerzen führen, die dadurch möglicherweise eingenommene Fehlhaltung wirkt sich mitunter auf den ganzen Körper aus.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Das Knirschen und Pressen ist nach Angaben des Zahnarztes nur ein Symptom. „Es geht darum, die eigentliche Ursache herauszufinden“, sagt er. Auch deshalb wünscht er sich, dass die Zusammenarbeit zwischen Ärzten verschiedener Fachdisziplinen enger, der Austausch offener wird. Und er setzt sich dafür ein, dass Zahnärzte künftig Patienten auch an Psychologen und Psychotherapeuten überweisen dürfen. Die könnten helfen, den Stressursachen auf den Grund zu gehen und Methoden zu erlernen, den Druck besser abzubauen, sagt Winzen.

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