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Frankfurt : Wachsende Zahl minderjähriger Flüchtlinge

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Flüchtlingskinder: die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen, die in Frankfurt ankommen, steigen. Hier ein Kind in einem Flüchtlingscamp in Gevgelija (Symbolbild). Bild: obs

Unter den Flüchtlingen sind viele Kinder ohne Eltern. Fast 30.000 nahmen die deutschen Jugendämter in den vergangenen fünf Jahren in ihre Obhut, die hessischen 3.700. In diesem Jahr wird ein Rekord erwartet. Frankfurt holt Ruheständler zur Betreuung.

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          Die wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen aus Krisengebieten stellt die Jugendämter im Land vor logistische Probleme. Im vergangenen Jahr seien 1.400 minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern nach Hessen eingereist, 48,1 Prozent mehr als 2013 und mehr als doppelt so viele wie 2010, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit. Insgesamt seien von 2010 bis 2014 rund 3.700 minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge aufgenommen worden, bundesweit waren es fast 30.000.

          Reisen Kinder oder Jugendliche auf eigene Faust ein, wird sofort das Jugendamt aktiv. Die jungen Flüchtlinge werden in Heimen oder Wohngruppen untergebracht - „in Obhut genommen“, wie es in der Behördensprache heißt.

          Exorbitante Zahlen für Frankfurt

          Für das laufende Jahr erwarte Frankfurt „exorbitante Zahlen“, sagte Manuela Skotnik vom Frankfurter Sozialdezernat. In Frankfurt kommen zahlreiche Flüchtlinge mit Zügen aus dem Süden an. In den ersten acht Monaten dieses Jahres habe das städtische Jugendamt bereits 1.003 minderjährige Flüchtlinge aufgenommen, davon allein im August knapp 400. Im ganzen vergangenen Jahr seien es 502 Kinder und Jugendliche gewesen.

          Sie werden an 25 Standorten in der ganzen Stadt verteilt untergebracht - in Heimen, aber auch vorübergehend in Hotels. Für die Betreuung wurden zusätzlich zu den städtischen Erziehern und Sozialarbeitern Ruheständler geholt, die einspringen und Schichten übernehmen. Aber nicht immer sei sofort genügend Fachpersonal verfügbar, sagte Skotnik, zumal an Planung in diesen Wochen nicht zu denken sei: „Oft ist morgens nicht klar, wie die Lage abends ist.“

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