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Rotlicht-Verstöße : Mehr Autofahrer rasen bei Rot über die Ampel

  • -Aktualisiert am

Alles dicht: Viele Autofahrer missachten die Ampel. Bild: Wonge Bergmann

In Frankfurt und Wiesbaden wächst die Zahl der Rotlicht-Verstöße. Besonders an Kreuzungen entstehen dadurch oft gefährliche Situationen. Wiesbaden will etwas dagegen tun.

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          Platz der Republik in Frankfurt, Vormittags um 11 Uhr. Viel zu schnell schaltet die Ampel immer wieder auf Rot. Zumindest scheinen die Autofahrer das so zu sehen. Zeigt die Ampel gelb, fahren noch einige Autos schnell vorüber. Und manchmal sogar bei Rot. Die rote Ampel zu missachten, scheint üblich geworden zu sein im dichten Stadtverkehr. Das zumindest zeigt sich in Frankfurt und Wiesbaden anhand von Zahlen. In Frankfurt hat die Zahl sogenannter Rotlicht-Verstöße in den vergangenen Jahren zugenommen. 2015 wurden noch 7481 Delikte gezählt, im vergangenen Jahr waren es 10.756.

          Allerdings gibt es auch immer mehr stationäre Anlagen, mit denen solche Vergehen geahndet werden. 2015 waren es 18 Standorte, im vergangenen Jahr 23. Im Schnitt sind das trotzdem mehr Verstöße pro Anlage. Laut Rainer Michaelis, Leiter der Abteilung Verkehrssicherheit im Straßenverkehrsamt in Frankfurt, kann man allerdings allein mit diesen Zahlen nicht auf ein schlechteres Fahrverhalten schließen. „Wenn eine Anlage neu ist, gibt es immer mehr Anzeigen“, sagt Michaelis. Mit der Zeit würden mehr Leute die Anlage bemerken und deswegen an dieser Ampel aufpassen. Daher kann es durch einige neue Anlagen auch erst einmal zu durchschnittlich mehr Anzeigen kommen.

          Kein „Kavaliersdelikt“

          Klarer sind die Zahlen in Wiesbaden. Hier gab es 2014 noch 3300 Anzeigen wegen Rotlicht-Verstößen, 2018 waren es 5200. Und das, obwohl die Zahl der Anlagen gleichgeblieben ist. Der Leiter des Wiesbadener Straßenverkehrsamtes, Winnrich Tischel, ärgert sich über diese „massive Zunahme“. Über eine rote Ampel zu fahren sei „kein Kavaliersdelikt“ und gefährlich, sagt Tischel. Allerdings habe die Stadt darauf reagiert. Im nächsten Jahr sollen in Wiesbaden zu den acht bestehenden Anlagen sechs neue hinzukommen.

          Wie „Kavaliersdelikte“ werden Rotlicht-Verstöße aber auch nicht geahndet. Es gibt mindestens einen Punkt in Flensburg und zum Teil hohe Bußgelder. Als sogenannter einfacher Rotlichtverstoß gilt, wenn die Ampel weniger als eine Sekunde auf Rot stand. Dafür gäbe es, wenn keine Gefährdung vorliegt, einen Punkt in Flensburg und 90 Euro Bußgeld. Zeigt die Ampel schon länger als Sekunde rot, handelt es sich um einen „qualifizierten Rotlichtverstoß“.

          An jenem Morgen am Platz der Republik konnte ein Fahrer während der gesamten Ampelschaltung nicht über die Kreuzung fahren, weil ein Lastwagen beim Abbiegen Probleme hatte und die Kreuzung versperrte. Als der Lastwagen weg war, fuhr das Auto noch schnell über die Kreuzung. Da war es nicht nur schon lange rot für den Fahrer, sondern auch schon grün für die Autos, die von rechts und links kamen und bisher auch auf den Lastwagen gewartet hatten. Solche Situationen sind gefährlich. Geahndet wird ein qualifizierter Rotlichtverstoß mit zwei Punkten in Flensburg und mindestens 200 Euro Bußgeld. Wenn andere Verkehrsteilnehmer nachweislich gefährdet wurden, kann das Bußgeld sogar noch höher ausfallen und ein Fahrverbot hinzukommen.

          Am Platz der Republik fährt an jenem Morgen auch ein Fahrradfahrer noch bei Rot über die Kreuzung. Auch da greift der Bußgeldkatalog, zudem gibt es Punkte in Flensburg. Zu solchen Anzeigen kommt es allerdings sehr selten. Noch seltener werden Fußgänger dafür belangt, wenn sie bei Rot eine Straße überqueren.

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