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Im März vor Gericht : Nachtflugverbot in Frankfurt hält monatelang

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Nach nächsten Montag soll es vorerst keine Nachtflüge mehr in Frankfurt geben Bild: dpa

Die obersten Verwaltungsrichter wollen im ersten Quartal 2012 über die Nachtflugregelung am Frankfurter Flughafen verhandeln. Das vorläufig verhängte Nachtflugverbot gilt damit mindestens ein halbes Jahr.

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          Die endgültige Nachtflugregelung für den Frankfurter Flughafen lässt noch monatelang auf sich warten. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig will nach eigener Mitteilung vom Mittwoch zwar am 13. März 2012 mündlich darüber verhandeln, aber zu diesem Termin noch keine Entscheidung fällen. Die Verhandlung könne am folgenden Tag fortgesetzt werden, teilte das Gericht in Leipzig auf seiner Internet-Seite mit. Am Ende der Verhandlung werde dann ein separater Verkündungstermin bekanntgegeben.

          In dem Prozess geht es um die Nachtflugregelung für den größten deutschen Flughafen, der gerade eine neue Landebahn erhalten hat. Das Land Hessen hatte im damit verbundenen Planfeststellungsbeschluss durchschnittlich 17 Nachtflüge genehmigt, was vom Verwaltungsgerichtshof Hessen (VGH) ohne konkreten Gegenvorschlag aufgehoben wurde. Das Land und die beigeladene Betreibergesellschaft Fraport AG lehnen eine Neufassung der Nachtflugregelung ab. Die klagenden Kommunen aus dem Umland des Flughafens und Privatleute wollen eine Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses erreichen.

          Proteste der Lufthansa

          Ab Sonntag gilt in Frankfurt bis zur endgültigen Entscheidung durch das Bundesverwaltungsgericht ein absolutes Nachtflugverbot für die Zeit zwischen 23.00 und 05.00 Uhr. Vor allem die mit ihren nächtlichen Frachtflügen stark betroffene Lufthansa hatte wegen drohender Millionenverluste heftig gegen die vorläufige Sperre protestiert und musste insbesondere ihren Frachtflugplan ändern.

          Auch mit dem nun festgesetzten Termin zeigte sich das Unternehmen unzufrieden. „Dieser Termin erhöht nicht unsere Planungssicherheit“, erklärte ein Sprecher in Frankfurt. Näheres werde am Donnerstag auf der Pressekonferenz zu den Quartalszahlen mitgeteilt. Grund für den Ärger dürfte sein, dass der nächste Sommerflugplan am 25. März 2012 einsetzt. Dafür gibt es nun keine Planungssicherheit.

          „Auf dem Plan stehen 13 Abflüge und 17 Ankünfte“

          Die vorerst letzte Nacht mit einem planmäßigen Betrieb wird am Frankfurter Flughafen nicht komplett ausgereizt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag (30. Oktober) sind nach Fraport-Angaben noch 30 Flugbewegungen geplant, bevor das Nachtflugverbot greift. „Auf dem Plan stehen 13 Abflüge und 17 Ankünfte“, erklärte ein Fraport-Sprecher. Der vorläufig letzte Nachtflug soll nach Angaben des Flughafenkoordinators der Bundesrepublik am 30. Oktober um 1.45 Uhr abgewickelt werden. Danach muss bis 05.00 Uhr Ruhe sein. Die erste komplett flugfreie Nacht am größten deutschen Flughafen wird demnach erst in der Nacht auf Montag erwartet.

          Die neue Landebahn ermöglicht trotz Nachtflugverbots eine höhere Zahl von Verbindungen im neuen Winterflugplan. Die Zahl der geplanten Starts erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent auf 4535 Abflüge pro Woche, wie die Betreibergesellschaft Fraport am Mittwoch mitteilte. Das Sitzplatzangebot steigt auch wegen des Einsatzes größerer Jets um 7,1 Prozent auf 715 000 Plätze. Die Zahl der angeflogenen Ziele erhöhte sich um 8 auf 275 in 111 Ländern. Mit der Umstellung klettert zudem der Höchstwert geplanter Flugbewegungen pro Stunde von 82 auf 90.

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