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Im Gespräch: Uwe Becker : „Alle drei Bewerber haben die gleichen Chancen“

  • Aktualisiert am

Fingerzeig: Uwe Becker hält alle Kandidaten für eine gute Wahl. Bild: Rosenkranz, Henner

Am Samstag entscheidet die CDU, wen sie für den südöstlichen Bundestagswahlkreis nominiert. Parteichef Becker will sich öffentlich für keinen der drei Kandidaten starkmachen.

          4 Min.

          Freuen Sie sich schon auf Samstag?

          Ja. Wir haben als Frankfurter CDU einen wichtigen Parteitag vor uns. Da werden wir deutlich machen, dass wir inhaltlich gut aufgestellt sind und gute Kandidaten für die Bundestagswahl nominieren können.

          Ich frage, weil sich seit einer Ewigkeit zum ersten Mal drei Kandidaten für denselben Wahlkreis im Südosten der Stadt bewerben. Wie bewerten Sie diese ungewöhnliche Kampfkandidatur?

          In einer Demokratie ist es nichts Ungewöhnliches, wenn mehrere Kandidaten für einzelne Ämter oder Posten kandidieren.

          Aber in der CDU schon.

          So allgemein würde ich das nicht formulieren. Vor der Bundestagswahl 2009 hatten wir in dem anderen der beiden Frankfurter Wahlkreise auch zwei Bewerber. Ungewöhnlich ist allerdings, dass gleich zwei Konkurrenten gegen eine langjährige Abgeordnete wie Erika Steinbach antreten, die ja weitermachen will.

          Ist das ein Zeichen für eine schwache Position von Frau Steinbach?

          Nein, das zeigt zunächst einmal, dass wir viele qualifizierte Kandidaten in der Frankfurter CDU haben. Und es zeigt, dass es mehrere Menschen gibt, die sich für dieses Amt interessieren.

          Anders als vor der Wahl 2009 haben sich die beiden Parteiflügel - Sozialausschüsse und Mittelstandsvereinigung - nicht für einen der drei Bewerber ausgesprochen. Auch Sie als Parteichef schweigen dazu. Warum?

          Wenn sich mehrere Kandidaten für ein Mandat bewerben, gibt es keinen Anspruch auf eine konkrete Wahlempfehlung der Flügel oder des Parteivorsitzenden. Hier haben sich die Kandidaten selbst zu profilieren und die Delegierten zu überzeugen.

          Aber 2009 gab es in dem anderen Wahlkreis klare Ansagen der beiden Flügel, wer der Kandidat werden sollte.

          Aber diesmal hat sich in den vergangenen Monaten keine Empfehlung herauskristallisiert. Dabei wird es auch bleiben.

          Außer Erika Steinbach treten der JU-Vorsitzende und Stadtverordnete Ulf Homeyer sowie der kulturpolitische Sprecher der Römer-Fraktion, Thomas Dürbeck, an. Haben alle drei die gleichen Chancen?

          Ja.

          Haben Sie einen Favoriten?

          Ich weiß, wen ich persönlich wählen werde. Wenn ich das aber preisgeben würde, würde daraus ganz schnell eine Wahlempfehlung. Und das will ich nicht.

          Warum nicht? Wenn Sie als Chef den besten Bewerber für die Frankfurter CDU zu kennen glauben, sollten Sie das den Delegierten doch mitteilen, oder?

          Noch einmal: Ich tue das nicht, weil daraus eine formelle Wahlempfehlung abzuleiten ist. Alle drei Kandidaten haben das Recht, für sich und ohne jeden Ballast um eine Mehrheit zu ringen.

          Frau Steinbach ist eindeutig am bekanntesten und erfahrensten, sie sitzt seit 1990 im Bundestag. Außerdem hat sie ein klar konservatives Profil als Präsidentin des Bundes der Vertriebenen. Kann die CDU auf Bundesebene auf sie verzichten?

          Frau Steinbach hat immense Verdienste. Sie vertritt ein klares Profil, und klare Profile sind wichtig in der Politik, gerade auch in der Union. Aber ich sehe nicht, dass dieses Profil durch die beiden anderen Kandidaten verwaschen würde. Sowohl Herr Dürbeck als auch Herr Homeyer sind inhaltlich von Frau Steinbach nicht so weit entfernt. Wie auch immer die Delegierten entscheiden: Es wird keine Richtungsentscheidung.

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