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Im Gespräch: Trainer Thomas Schaaf : „Mehr Leute sollten sich mit der Eintracht identifizieren“

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Mit Hand und Fuß:Thomas Schaaf packt beim Training gern selbst mit an. Bild: Heiko Rhode

Trainer Thomas Schaaf über wirtschaftliche Zwänge, deren Kontrast zu den sportlichen Wünschen, die Chancen, die er der Jugend geben will, und seine Zukunft in Frankfurt.

          Seit Ihrem offiziellen Dienstantritt am 1. Juli sind die ersten Arbeitstage mit Ihrer neuen Mannschaft Geschichte. Wie fühlt es sich an, Trainer der Eintracht zu sein?

          Gut. Es macht unheimlich viel Spaß. Es gibt viele positive Momente vom ersten Tag an. Die Art und Weise, wie ich aufgenommen wurde und wie man mir entgegengetreten ist. Die herzliche Aufnahme ist das eine. Das andere ist, dass ich meine Ideen bisher in der Trainingsarbeit umsetzen konnte. Die Mannschaft macht hervorragend mit und folgt meinen Ideen.

          Ist es so, wie Sie es sich vorgestellt haben?

          Ja, absolut. Man kann sich ja nicht immer ausmalen, wie das im Einzelnen aussieht. Wie man das auf seine Art und Weise vollziehen will. Aber die Idee, die dahintersteckt, und die Praktiken – all das ist voll aufgegangen.

          Was macht diesen Job in Frankfurt so besonders?

          Der Beruf an sich ist außergewöhnlich und schön. Da gibt es genügend positive Erlebnisse.

          Auf großer Fahrt: Norderney-Freund Schaaf auf dem Weg zurück aufs Festland.

          Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Mannschaft?

          Ich glaube, dass man dies in Etappen sehen muss. Man muss immer sehen, in welchem Stadium man sich befindet. In der Vorbereitung geht es darum, dass man als Team möglichst schnell zusammenwächst und zusammenfindet. Dass man in eine Richtung arbeitet. Das ist natürlich schwierig, denn jeder Spieler ist geprägt. Durch meine Vorgänger. Durch die Ideen, wie er jahrelang Fußball gespielt hat. Jetzt kommt ein Neuer, der hat vielleicht andere Ideen und Gedanken. Da muss sich der Spieler erst einmal darauf einlassen. Darüber hinaus muss man dann zu einem erfolgreichen Spiel kommen. Es soll nicht nur die interne, inhaltliche Arbeit erfolgreich gestaltet werden. Diese Arbeit muss auch durch Erfolge im Spiel dokumentiert werden.

          Wie schätzen Sie die Stärke der Mannschaft ein? Zufrieden mit Ihrem Kader können Sie derzeit nicht sein?

          Der Kader ist sicherlich noch nicht vollends bestückt. Wir schauen uns natürlich um und gucken, dass wir Verstärkungen dazubekommen. Das ist ein Part. Der wichtigste Part, der im Moment da ist, ist es, sich mit denen intensiv zu beschäftigen, die jetzt dabei sind.

          Weil der Kader noch löchrig ist, schaut sich Sportdirektor Bruno Hübner nach Verstärkungen, vor allem für den Sturm, um. Wann ist mit ihnen zu rechnen? Reichen rund sieben Millionen Euro, die dafür zur Verfügung stehen?

          Ich bin immer weit davon entfernt, Summen zu nennen. Es stellt sich die Frage: Ist das in dem einen oder anderen Fall gerechtfertigt, eine solche Summe zu bezahlen? Das haben aber nicht wir zu entscheiden. Das gibt der Markt her. Der Markt ist recht schwierig. Das muss man ganz klar sagen. Und jetzt, bei einer WM, ist es noch schwieriger. Da sind derzeit so viele hohe und immense Beträge im Spiel. Man muss aufpassen, dass man nicht in eine Situation kommt, in der man etwas bieten muss, was man nicht leisten kann. Deshalb kann ich auch nicht sagen, ob das reicht, was Eintracht Frankfurt zur Verfügung hat.

          Ist in der Sommerpause nicht Zeit zum Handeln verschenkt worden?

          Ich glaube, dass man nicht erst im Sommer angefangen hat, nach neuen Spielern zu gucken. Natürlich haben sich die Verantwortlichen schon viel früher Gedanken gemacht. Manche Dinge konnte man nicht zu Ende bringen, weil man nicht wusste, was aus einzelnen Spielern wird. Es macht die Situation der Eintracht nicht leichter. Aber es ist die Situation. Es ist müßig, darüber nachzudenken: Was wäre, wenn ... Man hat sehr selten diese Situation, dass man sich alles aussuchen und zurechtlegen kann, wie man es gern möchte.

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