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Im Gespräch: Siegfried Dietrich : „Der FFC Frankfurt ist keine Showbühne“

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Ja, das hat sie. Aber sie hat sich nicht gegen uns entschieden, weil wir gar kein Angebot unterbreitet haben. Natürlich ist Alex Popp eine interessante Spielerin. Aber ich wusste, dass sie sich erst einmal nach Wolfsburg orientiert. Da gab es keinen Grund sich reinzudrängen, weil für uns Spielerinnen dann interessant sind, wenn sie auch wirklich nach Frankfurt wollen. Wir wollen niemanden mit Geld locken. Das ist bei unseren Gesprächen immer das letzte Thema.

Wolfsburg hat offenbar als erster Männer-Bundesligaverein echte Ambitionen auf den Meistertitel. Wie reagieren sie auf die Kampfansage?

Ich bin begeistert! Ich habe schon immer gesagt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Wolfsburg legt nun eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag. Das ist für die Gesamtentwicklung sehr gut. Sie haben seit Jahren Aufbauarbeit geleistet und greifen nun ganz oben an. Das nutzt dem Produkt Bundesliga.

Ist es dennoch nicht schmerzlich, dass nicht mehr jede Spielerin automatisch zum FFC will?

Auch wir können nur mit elf Spielerinnen auflaufen, und ein Automatismus war das noch nie. Jede Spielerin wird sich gut überlegen, wo sie hingeht. In Frankfurt haben wir die meisten Zuschauer, die größte Wahrnehmung, auch im Fernsehen. Und in der Vernetzung mit Sponsoren sind wir dem ein oder anderen einen Schritt voraus. Aber auch Wolfsburg oder Potsdam haben Dinge zu bieten, die vielleicht mancher Spielerin zusagen. Auch davor muss man den Hut ziehen.Wir haben aber auch schon Weichen gestellt mit der Verpflichtung von Simone Laudehr im Sommer, die sportlich und menschlich sehr gut zu uns passt.

Was können die Ziele für diese Saison sein, in der der FFC auf Rang vier und ohne realistische Titelchance steht?

In der Meisterschaft ist unser Ziel immer ein Champions-League-Platz. Den wollen wir erreichen, weil wir in diesem Wettbewerb präsent sein wollen. Zudem ist es immer Ziel des FFC, Endspiele zu erreichen, also das DFB-Pokalfinale in Köln und das Champions-League-Finale in München. Diese Spiele sind auch finanziell interessant für uns. Wenn dann noch Titel herausspringen, wäre das optimal.

Könnten Sie also mit einem Champions-League-Sieg und einem enttäuschenden vierten Platz in der Bundesliga leben?

Nein. Die Bundesliga ist der Maßstab für unsere sportliche Entwicklung über ein gesamtes Jahr gesehen. Bei einem vierten Platz müssten wir uns Sorgen machen. Aber so weit wird es nicht kommen, weil unser Team stark genug für mehr ist.

Der Frauenfußball hatte sich Hoffnungen auf einen Boom nach der WM 2011 gemacht. Warum ist das ausgeblieben?

Die WM hat dem Frauenfußball eine neue Popularität verliehen, und die Gesamtentwicklung ist viel positiver, als man nach dem WM-Aus erwarten konnte. Es reifen Gesichter heran von Bajramaj über Laudehr, Kulig, Marozsan bis hin zu Popp, die den Sport interessanter machen. Wir müssen akzeptieren, dass Frauenfußball noch immer jung ist als Sportart. Deshalb brauchen wir Geduld und sollten uns nicht immer mit dem Männerfußball vergleichen. In Relation zu anderen Frauen- und auch vielen Männermannschaftssportarten geht es uns gut.

Das Gespräch führte Daniel Meuren.

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