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Im Gespräch: Psychiater Christoph Fehr : „Verdichtung nimmt zu“

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Psychische Krankheiten führten „so häufig und so früh in die Verrentung, weil die Betroffenen nicht oder nicht rechtzeitig behandelt werden“. Bild: dpa

Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für gesundheitsbedingte Frühverrentungen. Dazu haben wir mit Psychiater Christoph Fehr über Stress und Depressionen und deren Behandlung geredet.

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          Fast jede zweite Frühverrentung ist psychisch verursacht: Mit diesem Alarmruf hat sich vor drei Tagen das Bündnis „Heilen und Helfen“ in Hessen an die Öffentlichkeit gewandt. Psychische Erkrankungen seien im Jahr 2012 die häufigste Ursache für gesundheitsbedingte Frühverrentungen gewesen, die Betroffenen seien im Schnitt erst 49 Jahre alt gewesen. Das Bündnis, das die Körperschaften der Heilberufe in Hessen repräsentiert, kritisiert in diesem Zusammenhang unzumutbar lange Wartezeiten für Erkrankte vor allem, wenn sie psychotherapeutische Behandlung suchten. Durchschnittlich drei Monate betrage die Wartezeit, was ausreichen könne, „um den Teufelskreis in Gang zu setzen, der in die Frühverrentung führt“.

          Psychische Erkrankungen, so das Bündnis, führten „so häufig und so früh in die Verrentung, weil die Betroffenen nicht oder nicht rechtzeitig behandelt werden“. Oft würden sie auch „zwischen Kranken- und Rentenversicherung hin und her geschoben“: Die Kassen könnten Versicherte mit verminderter Erwerbsfähigkeit auffordern, einen Antrag auf eine Rehabilitationsmaßnahme zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bei der Rentenversicherung zu stellen. Der Antrag könne abgelehnt werden, wenn zuvor keine Behandlung stattgefunden habe, was wiederum in eine Umdeutung des Antrags in einen Rentenantrag münden könne. Erforderlich sei deshalb zum einen die verbesserte Früherkennung psychischer Erkrankungen und zum anderen die Bereitstellung außerbudgetärer Mittel für zusätzliche Behandlungsplätze.

          Psychische Erkrankungen gibt es viele. Zur am häufigsten auftretenden Form, der Depression, haben wir Christoph Fehr, den Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Markus-Krankenhaus in Frankfurt, befragt.

          Herr Fehr, sind Depressionen eine Volkskrankheit?

          Sie zählen zumindest zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Im Schnitt erkrankt jede vierte Frau und jeder siebte Mann während seines Lebens an einer Depression.

          Woran merkt man, dass man depressiv ist?

          Es gibt Haupt- und Nebensymptome. Die Hauptsymptome sind gedrückte Stimmung, Interessensverlust und Antriebslosigkeit. Davon müssen zwei über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen auftreten, und zwar jeden Tag. Das ist der Unterschied zu den schlechten Tagen, die jeder kennt. Die Nebensymptome sind Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Konzentrationsstörungen, mangelndes Selbstwertgefühl, Gefühl von Schuld und Wertlosigkeit und im Extremfall Suizidgedanken.

          Ist denn die Diagnose immer so eindeutig?

          Die Depression ist eine phasenweise Erkrankung mit Höhen und Tiefen, anders als etwa eine Lungenentzündung. Das macht die Diagnose und Behandlung schwierig.

          Sind Fragebögen zur Selbsteinschätzung, wie es sie im Internet gibt, sinnvoll?

          Als Checkliste sind sie sicher gut. Nur ist dann der nächste Schritt, zu einem Arzt zu gehen und mit ihm an den Ursachen zu arbeiten.

          Wodurch wird eine Depression ausgelöst?

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