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Im Gespräch: Kämmerer Uwe Becker : „Im Streit mit dem Oberbürgermeister gibt es öfter Rauch als Feuer“

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Optimistisch: Uwe Becker sieht seine Partei gerüstet für die Wahlen. Bild: Eilmes, Wolfgang

Landtagswahl, Bundestagswahl, Haushalt 2014 und dann auch noch der Alltag mit Stadtoberhaupt Peter Feldmann von der SPD. Uwe Becker, der Vorsitzende der CDU, steht vor einem anstrengenden Herbst.

          Die CDU hält zurzeit alle sechs Landtagswahlkreise und die beiden Bundestagswahlkreise in Frankfurt. Wie viele Direktmandate verliert Ihre Partei am 22.September?

          Unser Ziel ist es, wieder alle acht Direktwahlmandate zu holen. Ich bin auch sehr optimistisch, dass uns das gelingt. Wir haben hervorragende Kandidaten für den Landtag und den Bundestag.

          Aber werden nicht vor allem zwei Mandate sehr schwierig zu holen sein? Ich denke an den südlichen Landtagswahlkreis von Michael Boddenberg und den Bundestagswahlkreis von Erika Steinbach, der zum Teil auch aus all den südlichen Stadtgebieten besteht, die seit der Öffnung der neuen Landebahn besonders unter Fluglärm leiden.

          Sicherlich ist vor allem im Frankfurter Süden der Fluglärm ein sehr wichtiges Thema. Aber Michael Boddenberg und Erika Steinbach sind in intensiven Gesprächen mit den Betroffenen und den Bürgerinitiativen. Beide treten am klarsten für einen besseren aktiven und passiven Lärmschutz ein - nicht nur mit Worten, sondern direkt an den zuständigen Stellen. Anders als Bewerber anderer Parteien versprechen sie aber auch nichts, was sie nach der Wahl nicht halten können.

          Sie meinen eine Schließung der neuen Landebahn?

          Genau. Ich glaube deshalb auch nicht, dass die Wahlkreise in Gefahr sind. Aber es ist für uns sicherlich schwieriger geworden, sie zu gewinnen.

          Haben Sie eigentlich ein Fläschchen aufgemacht, als bekannt wurde, dass der ehrenamtliche Stadtrat der SPD, Michael Paris, für den Bundestag kandidiert, obwohl sich die Partei schon für Ulli Nissen als Bewerberin entschieden hatte?

          Natürlich bietet die SPD jetzt in diesem Wahlkreis mehr Kandidaten auf als wir. Aber wir bleiben trotzdem bei einer Kandidatin, nämlich bei Erika Steinbach. Aber im Ernst: Das muss die SPD mit sich selbst ausmachen.

          Aber Sie wären nicht einverstanden, wenn Paris und Nissen am Ende ihre Stimmen zusammentäten?

          Nein, natürlich nicht. Der Fall macht aber wieder einmal deutlich, in welchem Zustand sich die Frankfurter Sozialdemokratie befindet. Sie beschäftigt sich nach wie vor mehr mit sich als mit den Anliegen der Menschen in dieser Stadt.

          Lassen Sie uns noch auf andere Landtagswahlkreise schauen. Im Westen soll Uwe Serke dem Mandatsinhaber Alfons Gerling folgen, der seit einer gefühlten Ewigkeit im Landtag sitzt.

          Im Westen ist Uwe Serke zwar ein neuer Landtagskandidat, aber aus seiner Arbeit als Fraktionsvorsitzender im Ortsbeirat und Stadtverordneter kennt er die Lage bestens. Wie Alfons Gerling ist er sehr bodenständig. Und es ist wichtig, sehr nah bei den Leuten zu sein.

          Im Nordend, Ostend und in Bornheim, wo Ihre Partei strukturell wegen der Grünen-Hochburgen einen schweren Stand hat, tritt abermals Bettina Wiesmann an, die 2009 mit nur 132Stimmen Vorsprung gegen Michael Paris gewann.

          Bettina Wiesmanns Wahlkreis ist für uns strukturell tatsächlich nicht einfach zu holen. Da kommt es auf jede Stimme an. Sie ist dafür aber genau die richtige Kandidatin.

          Für die CDU.

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