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Im Gespräch: Gunnar Wöbke : „Wir kämpfen auch unter Druck“

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Weiß seinen Aussagen zu Folge ziemlich genau, wo er mit den Skylinern steht: Gunnar Wöbke. Bild: Röth, Frank

Gunnar Wöbke, bisher Geschäftsführer und Manager, ist seit kurzem auch Sportdirektor der Frankfurt Skyliners, die schwere Zeiten durchmachen. „Wir wissen ziemlich genau, wo wir stehen“, sagt er.

          Gut gespielt, trotzdem in Bamberg 67:76 verloren und weiter in der Bundesligatabelle auf Platz 16 - ist das sportliche Leben für die Fraport Skyliners nicht sehr schwer zurzeit?

          Nicht schwerer als vergangene Woche nach dem Sieg gegen Bonn oder der Niederlage davor. Wir wissen ziemlich genau, wo wir stehen, und haben uns auch in dieser Woche wieder weiterentwickelt.

          Auf den ersten Blick müsste der Druck auf die Mannschaft doch eigentlich gewaltig sein. Trotzdem wirken die Spieler fast schon gelassen. Sogar Trainer Muli Katzurin tut es. Wie ist das zu erklären?

          Das Team ist nun - bis auf einen Ersatz für Joe Herber - komplett, findet immer besser zusammen und arbeitet hart, um sich jede Woche ein bisschen weiterzuentwickeln. Wir legen den Fokus auf das, was wir beeinflussen können, und versuchen uns auch von widrigen äußeren Umständen nicht beeindrucken zu lassen. Wir kämpfen auch unter Druck weiter - wie am Montag in Bamberg. Das stimmt zuversichtlich.

          Zurzeit sieht es ganz danach aus, als ob das Experiment, mit vielen jungen Spielern aus der zweiten Mannschaft zu arbeiten, das Profiteam weiterbringt.

          Das ist kein Experiment. Wir haben die Jungs langfristig unter Vertrag genommen, weil wir glauben, dass sie heute und strategisch die richtigen für Frankfurt sind. Sie waren von Anfang an als fester Bestandteil des Profikaders für diese Saison eingeplant. Wir wollten sogar noch einen weiteren Spieler für die Position drei mit Doppellizenz verpflichten, haben ihn aber - noch - nicht bekommen. Der Platz ist noch zu vergeben.

          Spielen Talente wie Danilo Barthel, Konstantin Klein und Johannes Voigtmann vielleicht schon am oberen Limit?

          Ganz sicher nicht. Sie spielen derzeit alle drei sehr gut, und es wird auch mal schlechtere Spiele geben - aber sie werden sich mit jeder Spielminute, die sie in der Beko-BBL und in der Pro B bekommen, spielerisch weiterentwickeln, wenn sie weiter so an sich arbeiten. Für die körperliche Entwicklung ist unser neuer Vollzeit-Athletiktrainer Dennis Wellm zuständig.

          Sie sind seit dem Weggang von Kamil Novak ja auch kommissarisch Sportdirektor des Klubs. Sehen Sie die Spiele der Mannschaft in der Funktion anders als vorher?

          Nein, aber ich habe während der Spiele jetzt natürlich doch einige weitere Verpflichtungen hinzubekommen.

          Welche?

          Ich versuche jetzt wieder bei allen Spielen dabei zu sein. Neben Muli bin ich erster Ansprechpartner für die Agenten. Dies belegt viel meiner Ressourcen, macht derzeit aber auch Spaß, insbesondere weil die Kommunikationswege mit Mannschaft und Trainern jetzt direkt sind. Dennoch wird es kein Dauerzustand sein.

          Als potentieller Nachfolger von Novak ist Pascal Roller im Gespräch. Wie sind seine Chancen auf den Posten?

          Wir werden den Posten erst mal nicht besetzen und abwarten, wie wir uns hier für die Zukunft aufstellen können. Insbesondere die Frage nach den sportlichen Zielen ist für die Besetzung des Sportdirektorpostens relevant. Erst wenn klar definiert sind und wir daraufhin den Posten wieder besetzt haben, werden wir einen Namen mitteilen - und zwar ohne vorher öffentlich einzelne Personen diskutiert und kommentiert zu haben.

          Die Fragen stellte Leonhard Kazda.

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