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Im Gespräch: Boris Rhein : „Der Rückgang der Lottomittel ist besorgniserregend“

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Boris Rhein. Bild: dpa

Minister Rhein zur schwieriger werdenden Finanzierung des Breitensports und der Integrationsleistung der Vereine.

          5 Min.

          Sie sind zuständig für innere Sicherheit, Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Wahlen, Kommunalaufsicht, Tarifpolitik und - Sport. Welchen Stellenwert haben die Leibesübungen in Ihrem Mega-Ressort?

          Einen enormen. Nicht umsonst heißt mein Ministerium ja „Ministerium des Inneren und für Sport“. Für mich ist diese Zuständigkeit nicht nur Verpflichtung, sondern auch Freude, auch wenn das Thema Sicherheit, Polizei und Verfassungsschutz natürlich immer dominiert.

          Immerhin bietet die Zuständigkeit für Sport und Sportvereine einem ehrgeizigen Politiker hervorragende Möglichkeiten, sich im Land bekannt und beliebt zu machen.

          Das wird gern so dargestellt, aber man wird dem Stellenwert des Sports in der Gesellschaft nicht gerecht, wenn man damit lediglich Repräsentation, Spaß und schöne Auftritte verbindet. Der Sport ist viel mehr als die schönste Nebensache der Welt. Er ist eine gesellschaftliche Kraft mit enormem Potential, und Sportpolitik ist deshalb auch alles andere als eine Nebensache. Integration - ob von Migranten oder behinderten Menschen - wird kaum irgendwo schneller erreicht als über den Sport. Wer Sport treibt, bleibt gesund, und nicht zuletzt leben die Vereine vor, wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist.

          Der Sport als Triebfeder für Integration: Ist das nicht ein geschöntes Bild?

          Das sehe ich nicht so. Mein Eindruck ist vielmehr, dass sich die kulturelle Vielfalt unserer Bevölkerung in den Sportvereinen wiederfindet, und dass das Zusammenspiel in den meisten Fällen sehr gut funktioniert. Die Integration ist dort jedenfalls schon weiter fortgeschritten als im alltäglichen Leben.

          Für welche Sportarten begeistert sich Boris Rhein - als Aktiver oder als Zuschauer?

          Ich habe in einem überschaubaren Zeitraum meines Lebens Rugby gespielt, und das ist für mich immer noch eine faszinierende Sportart.

          Wie sind Sie ausgerechnet dazu gekommen?

          Der Sportclub Frankfurt 1880 war direkt bei uns um die Ecke. Meine Geschwister haben in dem Verein Hockey gespielt, und so habe ich mitbekommen, dass es dort auch eine Rugbyabteilung gibt. Eine Orchideensportart, aber eine, die ich nach wie vor toll finde - als Zuschauer.

          Eine brutale Sportart.

          Nein, eine mit sehr klaren Regeln und sehr klaren Strukturen. Da geht es richtig zur Sache, aber es wird niemals brutal.

          Wie weit haben Sie es als Rugby-Spieler gebracht?

          Nur zu einem unter vielen.

          Und wie halten Sie sich heute fit?

          Ich jogge jeden Morgen 45 Minuten, außerdem bin ich begeisterter Mountain-Biker - im Taunus, aber auch im Urlaub in Österreich oder in Bayern. Eine tolle Möglichkeit, körperliche Anstrengung und Naturerlebnis zu verbinden. Und ich bin seit diesem Sommer auch ein begeisterter Rennradfahrer.

          Bringen Sie Ihren beiden Söhnen Sport aktiv nahe, oder dürfen die sich, wenn sie wollen, auch zu Sofa-Hockern entwickeln?

          Der Kleine ist gerade neun Monate alt, der macht nur Baby-Gymnastik, aber mein Achtjähriger ist ein begeisterter Sportler. Er turnt, macht Judo - hat den gelben Gürtel - und spielt Fußball in Frankfurt, mit zweimal Training in der Woche. Bruno ist der typische Sportler, und Fußball ist für ihn das Größte.

          Kommen wir zur passiven Seite des Sports. Als hessischer Sportminister sind Sie Anhänger sowohl von Eintracht und FSV Frankfurt, Kickers Offenbach, Darmstadt 98 und Hessen Kassel, oder?

          Da ist was dran: Qua Amt muss man wohl Fan aller hessischen Vereine sein. Aber als Frankfurter habe ich natürlich eine gewisse Präferenz.

          Eintracht oder FSV?

          Da ist jetzt Diplomatie gefragt: Die Eintracht gehört in die erste Liga, und der FSV spielt seine Rolle in der zweiten Liga. Eine Stadt wie Frankfurt braucht einen Erst- und einen Zweitligaverein. Aber ich finde auch faszinierend, was die Offenbacher Kickers zustande bringen. Der OFC ist ein Markenzeichen und - das muss man mit großem Respekt zugestehen - ein ganz besonderer Club, mit enormer Tradition und enormem Fanpotential.

          Wenn Sie in der WM-Arena die Eintracht spielen sehen, gehen Sie dann richtig aus sich heraus, oder sind sie einer von denen, die sagen: Der Bessere möge gewinnen, Hauptsache, wir sehen ein schönes Spiel?

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