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Im Gespräch: Axel Hellmann : „Die Mär der Intimfeinde ist Unfug“

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Drehmoment: Axel Hellmann, 40 Jahre alter Jurist aus Frankfurt, besetzt seit Anfang Juli eine Schlüsselposition der Eintracht. Bild: Hoang Le, Kien

Der neue Mann im Vorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG über schwierige Fans, seinen Stil, seine Ziele, das angeblich zerrüttete Verhältnis zum Vorsitzenden Bruchhagen und die Perspektiven des Aufsteigers.

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          Lassen Sie uns mit einem Richtig-oder-Falsch-Spiel beginnen: Axel Hellmann ist der große Strippenzieher im Hintergrund bei der Eintracht - richtig oder falsch?

          Nicht ganz falsch.

          Etwas genauer, bitte.

          Ich hatte als geschäftsführendes Präsidiumsmitglied im Verein einen klaren Handlungsauftrag, nämlich die Reihen des Vereins zu schließen, und ich war als Einziger des Präsidiums hauptamtlich tätig. Das heißt ich konnte neben meiner Arbeit als Rechtsanwalt einen Großteil meiner Zeit für die Eintracht einsetzen. Mithin oblag es in vielen Fällen mir, wichtige Kontakte zu halten und mich für Positionen der Vereinsführung intern wie extern einzusetzen.

          Sie wollten schon seit langem mit Macht in den Vorstand - richtig oder falsch?

          Mit Begeisterung und Engagement, ja, mit Macht, nein. Es ist ja bekannt, dass ich 2008 schon mal im Gespräch war, in den Vorstand zu gehen. Die Mehrheit im Aufsichtsrat war dafür, der Vorsitzende Heribert Bruchhagen dagegen. 2012 waren nun beide dafür, Aufsichtsrat und Vorstandsvorsitzender. Damals waren die Vorzeichen anders: Die Eintracht war wirtschaftlich und sportlich erfolgreich, man war der Meinung, dass alle Fäden, die sportlichen wie die wirtschaftlichen, bei einer Person zusammenlaufen sollten. Mittlerweile sind wir uns alle einig, dass es im Fußball - auf und neben dem Feld - auf gute Teamarbeit ankommt.

          Sie meinen Heribert Bruchhagen.

          Das gilt für die gesamte Führung. Heute wissen wir, dass es besser gewesen wäre, schon früher einen Sportdirektor wie Bruno Hübner zu haben. Auch ist allen klar, dass wir viele Herausforderungen nur dann bewältigen können, wenn wir die Reihen zwischen Verein und Aktiengesellschaft schließen.

          Letzte These: Bruchhagen und Hellmann mögen sich nicht besonders, aber sie werden sich bis zu einem Ausscheiden Bruchhagens durchquälen - richtig oder falsch?

          Gibt es eine Steigerung von falsch? Diese Mär der Intimfeinde ist schlichter Unfug. Es gab immer wieder unterschiedliche Meinungen, begründet durch die unterschiedlichen Rollen, die wir hatten. Es gab Interessengegensätze zwischen Verein und AG, da liegt es in der Natur der Sache dass man auch mal unterschiedlicher Meinung ist. Aber unsere Diskussion war, im Gegensatz zur Mär, nie persönlicher Art. Im Gegenteil. Mein Respekt vor der Person Heribert Bruchhagen und seiner Arbeit war und ist enorm. Und sie ist durch unsere unmittelbare Zusammenarbeit sogar noch weiter gewachsen. Auch umgekehrt habe ich keinerlei Grund zur Annahme, dass Ihre These richtig sein könnte.

          Immerhin haben Sie seinen geliebten Mitarbeiter Thomas Pröckl als Finanzvorstand kürzlich zur Seite gedrängt.

          Ich finde Loyalität einen sehr positiven Charakterzug, und die AG hat Thomas Pröckl viel zu verdanken. Legendenbildung hilft also niemandem.

          Was hat die AG noch an Bruchhagen?

          Sehr viel. Er ist der Kopf und repräsentiert die Eintracht in der Stadtgesellschaft und gegenüber allen Partnern der Wirtschaft. Außerdem muss jede sportliche Entscheidung sein Placet bekommen. Er hat abzuwägen zwischen sportlicher Notwendigkeit und wirtschaftlicher Machbarkeit. Er trägt die Gesamtverantwortung.

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