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Im Gespräch: Armin Veh : „Die Untergangsstimmung muss weg“

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Keiner, der zu allem ja und amen sagt: Eintracht-Trainer Armin Veh an seinem 51. Geburtstag. Bild: Wonge Bergmann

Die Eintracht steht vor wegweisenden Wochen in der zweiten Liga. Ihr Trainer spricht von großem Potential.

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          Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der Wintervorbereitung, wie schätzen Sie Ihre Mannschaft kurz vor dem Start der zweiten Saisonhälfte ein?

          Ich würde mir wünschen, dass wir weiter wären.

          Meinen Sie personell, nachdem sich die Verpflichtung von Patrick Helmes endgültig zerschlagen hat?

          Nein, nicht nur wegen der erfolglosen Suche nach einem neuen Stürmer. Auch weil Pirmin Schwegler mit seiner Zehenverletzung ausfällt; Mohamadou Idrissou und Bamba Anderson sind ebenfalls angeschlagen. Wir haben in Qatar richtig gut trainieren können, aber leider konnten wir nicht so gezielt mannschaftstaktisch üben, weil nie alle Mann an Bord waren, teilweise standen mir nur 17 Feldspieler zur Verfügung. Grundsätzlich hätte ich das Team gerne stabiler. In seiner Struktur. In seinem Auftreten. Es muss rübergebracht werden, dass wir den Aufstieg wirklich erreichen wollen. Dass wir es schaffen und dass wir voll davon überzeugt sind. Das kann man aber nicht herbeireden. Das muss ich sehen - auch von der Körpersprache her.

          Wenn Sie an das Spiel gegen Braunschweig denken, welches Gefühl überwiegt: Vorfreude oder Besorgnis?

          Ich hätte natürlich gerne noch einen Stürmer gehabt, weil ich ihn für dringend notwendig erachtet habe. Zu unserem Spiel passen im Normalfall zwei Angreifer auf dem Feld am besten. Aber jetzt kann ich es nicht mehr ändern.

          Die Bayern oder Dortmund kommen mit drei Stürmern aus. Warum die Eintracht nicht?

          Erstmal muss man ein bisschen was vom Fußball verstehen, um diese Frage zu beantworten. Die Bayern spielen halt nur mit einer echten Spitze...

          ...warum machen Sie es dann nicht auch so?

          Ich spiele dann mit einer Spitze, wenn ich die Mannschaft dazu habe.

          Ist der Frankfurter Kader einer, mit dem man das 4-4-2-System spielen muss?

          Mit unseren Mittelfeldspielern schon. Klar ginge auch 4-2-3-1, aber wenn man sich die zweite Liga ansieht und die Mannschaften analysiert, die gegen uns in einer kompakten Deckung immer besonders tief stehen, dann haben wir mit zwei Mann in der Spitze eben eine Anspielstation mehr. Mit einem Stürmer ist vieles statisch und leicht auszurechnen, es sei denn, man verfügt über Spieler mit einer individuellen Sonderklasse, wie sie Bayern oder Dortmund haben, die zentral einrücken und so vor dem Tor des Gegners immer wieder Überzahlsituationen schaffen. Es gäbe im Übrigen kein großes Problem, wenn wir denn drei fitte Stürmer hätten. Haben wir momentan aber nicht.

          Sie rechnen also nicht damit, das Idrissou nach seiner Knöchelverletzung schnell wieder eine echte Alternative wird?

          Er muss gesund werden, dann muss er es bleiben. Aber ich weiß es nicht, wie es mit ihm weitergeht, das können auch die Ärzte nicht exakt vorhersagen. Nur soviel ist sicher: Zu hundert Prozent kann ich ihn nicht einplanen.

          Unser Gefühl ist, die Personalie Helmes hat den Verein zu lange beschäftigt. Dazu entstand bei der Diskussion der Eindruck, dass Sie als Trainer die Neuverpflichtung vor allem deswegen als zwingend erforderlich bezeichnet haben, weil Sie Zweifel am Potential der Mannschaft haben.

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