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Kinder machen Pralinen : Vom Kakao zur Schokolade

Einfach mal ausprobieren: Im Dreiech-Museum können Kinder Pralinen machen. Bild: Rainer Wohlfahrt

Wie wird aus der bitteren Frucht eine Süßigkeit? Im Dreieich-Museum können Kinder viel darüber erfahren und Pralinen machen. Museumsleiterin Corinna Molitor hat eigens einen Spezialisten für Südfrüchte gesucht.

          Es duftet verheißungsvoll in der Burg. Doch das, was die Kinder zunächst in die Hand bekommen, riecht und schmeckt noch überhaupt nicht nach dem, was sie erwarten. Die Frucht mit dem matschigen weißen Fruchtfleisch und den dunklen Kernen ist eher bitter. Bei einem Gang durch die Ausstellung in der Burg Hayn in Dreieichenhain erfahren der fünfjährige Felix und seine Geburtstagsgäste, was es mit den Kakaofrüchten auf sich hat. Sie hören von den Azteken aus der Region des heutigen Mexikos, für die die Kakaobohne ein besonderes Genussmittel war, das dort vor mehr als 500 Jahren sogar als Zahlungsmittel diente. Nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus brachten die Spanier die Bohnen, die Xocóatl genannt wurden, nach Europa, wo sie dann als Schokolade für Begeisterung sorgten.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch bevor aus den bitteren Bohnen Schokolade wird, müssen sie noch ordentlich bearbeitet werden. Das können die Kinder auch selbst ausprobieren und die Bohnen auf einem Höckerchen mit einer Art Reibe zerstoßen und mörsern. Bis aus der so entstandenen Paste eine leckere Süßigkeit wird, sind aber noch ein paar weitere Bearbeitungsstufen nötig.

          „Museum aus dem Koffer“

          Um den Kindern in der seit Samstag geöffneten Ausstellung den ganzen Prozess von der Kakaofrucht bis zur Schokolade zeigen zu können, hat Museumsleiterin Corinna Molitor eigens einen Spezialisten für Südfrüchte gesucht, der die Kakaofrüchte besorgt. Denn die Ausstellung, die vom Museum Nürnberg konzipiert wurde und nun als „Museum aus dem Koffer“ bis zum 31. Mai in Dreieichenhain Station macht, soll eine echte Sinnesreise sein. „Wer hat schon die Gelegenheit, eine frische Kakaofrucht in den Händen zu halten und ihren Inhalt zu kosten“, sagt Molitor.

          Selbst ist das Kind: Die geschmolzene Kakaomasse wird in Förmchen gefüllt.

          An verschiedenen Stationen kann die geschmackliche Verwandlung der frischen, bitteren Kakaobohnen von der Ernte auf einer Plantage bis zu ihrer Verarbeitung in der Schokoladenfabrik nachvollzogen werden.

          In der modernen kleinen „Schokoladenfabrik“ lernen Felix und seine Freunde die Inhaltsstoffe heutiger Schokolade kennen und stellen auch selbst süße duftende braune Masse her. Die wird schließlich noch in hübsche Förmchen gegossen und verziert, so dass jeder seine eigenen Pralinen mitnehmen kann. Und das geht nicht nur in der Gruppe, sondern auch zu den normalen Öffnungszeiten an den Wochenenden.

          Kakao & Schokolade

          Dreieich-Museum, Fahrgasse 52, Dreieichenhain, www.dreieich-museum.de, Samstag 14 bis 18, Sonn- und Feiertag 11 bis 18 Uhr

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