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Ikea-Überfall in Frankfurt : Ermittlungen auch in RAF-Szene

Bild: dpa

Die Polizei schließt nicht aus, dass in den Raubüberfall auf einen Geldtransporter an der Frankfurter Ikea-Filiale frühere RAF-Terroristen verwickelt sein könnten.

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          Nach dem Raubüberfall auf einen Geldtransporter an der Frankfurter Ikea-Filiale prüfen die Ermittler nun auch Verbindungen in die frühere RAF-Szene. Wie ein Polizeisprecher gestern mitteilte, „wird diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen“. Eindeutige Hinweise darauf gebe es jedoch nicht. Die Beamten des zuständigen Raubkommissariats seien noch dabei, die Spuren zu sichern, die in dem ausgebrannten Fluchtfahrzeug möglicherweise zu finden sind. „Danach weiß man mehr.“

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Konkret soll es sich um das frühere RAF-Trio Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette handeln, die seit Jahrzehnten untergetaucht sind. 2016 wurden die Ermittlungen gegen die Linksterroristen wieder intensiviert, nachdem die Sicherheitsbehörden eine Serie von Raubüberfällen auf Geldtransporter in Norddeutschland mit dem Trio in Verbindung gebracht haben. Zuletzt war die Gruppe der dritten RAF-Generation aufgrund einer Handy-Ortung unter anderem in den Niederlanden vermutet worden. Von dort wurde das Fluchtfahrzeug gestohlen, das im vergangenen Jahr bei dem Überfall auf einen Geldtransporter in Köln-Godorf genutzt wurde.

          Dieser Überfall wiederum ähnelt in der Tatbegehung in fast jedem Detail dem Raub in Frankfurt vom vergangenen Samstag. Wie berichtet, tauschen sich die Frankfurter Ermittler mit ihren Kollegen aus Köln inzwischen aus, weil es diese auffälligen Parallelen gibt. Außer der RAF-Hypothese gehen die Ermittler weiterhin der Vermutung nach, es könne sich um eine international agierende Bande aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität handeln. Möglicherweise hatten die Täter sogar Insiderwissen über das Geldtransportunternehmen.

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