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IHK möchte Internationale Bauausstellung : Identität durch innovatives Wohnen

Eine Bauausstellung für Frankfurt: Die Industrie- und Handelskammer hätte gern eine Ausstellung zum Thema Wohnungsbau. Bild: Cornelia Sick

Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt fordert eine Internationale Bauausstellung. Jedoch gehen die Vorstellungen von IHK und Politikern über das Thema der Ausstellung auseinander.

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          Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt hat den Wunsch nach einer Internationalen Bauausstellung im Rhein-Main-Gebiet abermals auf die Tagesordnung gesetzt. Bei der Vorstellung seiner Forderungen an die Parteien nach der Landtagswahl in Hessen sagte Präsident Mathias Müller gestern, eine Bauausstellung in diesem Ballungsraum sei nach wie vor richtig. Er verwies darauf, dass die SPD in ihrem Wahlprogramm ebenfalls eine solche Veranstaltung gefordert hat. Während die Sozialdemokraten aber an eine Internationale Bauausstellung zum Thema Verkehr denken – im Wahlprogramm ist von „moderner und gesundheitsverträglicher Mobilität“ die Rede –, redet Müller dem Thema Wohnungsbau das Wort.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Mit den gegenwärtigen Neubauten lasse sich dem Mangel an Wohnungen nur „punktuell“ begegnen, führte der Präsident aus. „Damit die Metropolregion im Wettbewerb um Fachkräfte mit innovativen und attraktiven Wohnkonzepten langfristig punkten kann, wäre eine Internationale Bauausstellung in der Metropolregion ein geeignetes Format für eine nachhaltige und zukunftsweisende Lösung.“ Außerdem stifte eine solche Ausstellung Identität in der Region. Müller erinnerte daran, dass die Landesregierung von CDU und FDP einer Bauausstellung eine Absage erteilt hatte. „Nun ist es eine Legislaturperiode später, und eine IBA in der Metropolregion ist in der Sache immer noch richtig.“

          Müller warnte vor Finanztransaktionssteuer

          Der Kammerpräsident schlug vor, zunächst solle ein Konzept entworfen werden, darüber sollten dann die Bürger der Region befinden. Erst wenn sie dem Vorhaben zustimmten, solle mit der Verwirklichung begonnen werden. Müller sagte, ideeller Partner sei die IHK auf jeden Fall. Falls eine Bauausstellung tatsächlich Wirklichkeit werde, sei auch eine finanzielle Förderung denkbar.

          Der Kammerpräsident formulierte gestern zehn Forderungen, die an die Politiker in Wiesbaden gerichtet sind. Sie entsprechen weitgehend den Wahlprüfsteinen der hessischen Industrie- und Handelskammern. Müller sagte, der Flughafen müsse eine Perspektive haben, die Strompreise seien zu senken, Steuererhöhungen zu vermeiden, die Qualifizierung von Schulabgängern sei zu verbessern, die Verkehrswege müssten ausgebaut werden. Ausdrücklich warnte Müller vor der Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Es drohten sinkende Gewerbesteuereinnahmen in Frankfurt und Eschborn, auch könne die neue Abgabe zum Abbau von Arbeitsplätzen in den Banken führen.

          Hessen solle regionale Wirtschaft fördern

          Lobend sprach der Kammerpräsident über das Konzept der „Houses of“ nach dem Vorbild des „House of Finance“ an der Goethe-Universität. Die Erfolgsgeschichte müsse weitergeschrieben werden, etwa durch ein „House of Real Estate“, ein „House of Communication“ und ein „House of Trade“. In diesen Einrichtungen könnten Unternehmen und Forscher zusammenarbeiten. Schließlich bekräftigte Müller die Forderung nach einem stärkeren Zusammenwachsen der Region. Noch immer nehme der Regionalverband nicht alle Aufgaben wahr, die ihm nach dem Gesetz zustünden. Das Land rief er auf, sich weiter in der regionalen Wirtschaftsförderung zu engagieren.

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