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Junge vor ICE geschubst : Tatverdächtiger soll dauerhaft in Psychiatrie

Die wohl größte Frage: „Warum?“ Der mutmaßliche Täter von der Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof soll psychisch krank sein. Bild: dpa

Nach der tödlichen Attacke auf einen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof soll der mutmaßliche Täter dauerhaft in die Psychiatrie. Der Verdächtige soll unter einer schizophrenen Psychose leiden.

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          Der Mann, der dringend verdächtig ist, am 29.Juli einen Achtjährigen und seine Mutter im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen einfahrenden ICE gestoßen zu haben, soll auf Dauer in die geschlossene Abteilung einer Psychiatrie eingewiesen werden. Das hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft beantragt. Aufgrund eines Sachverständigengutachtens geht sie davon aus, dass Habte A. zum Zeitpunkt der Tat nicht schuldfähig war; er habe an einer akuten schizophrenen Psychose gelitten.

          Helmut Schwan
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Junge wurde von dem Zug überrollt und erlag seinen schweren Verletzungen, seine Mutter konnte sich gerade noch zur Seite rollen. Eine Achtundsiebzigjährige, der A. laut Staatsanwaltschaft an Gleis 7 einen Stoß in den Rücken versetzte, offenbar, um sie ebenfalls zu töten, fiel auf den Bahnsteig und brach sich den Ellenbogen. A. floh, Zeugen verfolgten ihn und konnten ihn vor dem Hauptbahnhof festhalten, bis die Polizei kam.

          Vorgeschichte des Verbrechens

          Die anstehende Verhandlung vor einer Schwurgerichtskammer des Landgerichts wird ein sogenanntes Sicherheitsverfahren sein. Darin wird wie in einem Strafverfahren zunächst Beweis über die zur Last gelegte Tat erhoben. Dass A. der Mann war, der an jenem Montagmorgen die drei Menschen im Frankfurter Hauptbahnhof angriff, daran bestehen kaum Zweifel. Zeugen haben dies bestätigt, anhand der Bilder der Überwachungskameras ist der Vierzigjährige zu identifizieren.

          Auch die Vorgeschichte des Verbrechens konnte weitgehend rekonstruiert werden. A., der nach seiner Flucht aus Eritrea mit seiner Familie in der Schweiz lebte und dort zuletzt in psychiatrischer Behandlung war, kam schon zwei Tage vor der Tat nach Frankfurt. Er soll auf der Straße übernachtet und sich dann im Hauptbahnhof sowie in dessen Nähe aufgehalten haben.

          Laut Staatsanwaltschaft ergaben Untersuchungen, dass A. weder unter dem Einfluss von Alkohol noch von Medikamenten oder Drogen stand. Der Sachverständige nimmt an, dass er sich verfolgt und fremdgelenkt fühlte. Wegen dieser seelischen Störung sei seine Steuerungsfähigkeit aufgehoben und er damit schuldunfähig gewesen, lautet die Diagnose. Weil die Gefahr bestehe, dass er weitere Gewaltdelikte begehe, müsse Habte A. zum Schutz der Allgemeinheit in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden, meint die Staatsanwaltschaft.

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