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Hygienebestimmungen : Tierschützer: Hygieneverstöße bei Kentucky Fried Chicken

  • Aktualisiert am

Nicht wie hier in Thailand, sondern an der Hauptwache, wurden lange die gängigen Hygeniebestimmungen nicht beachtet. Bild: dpa

Über einen Zeitraum von knapp zehn Jahren soll es in einer Filiale von Kentucky Fried Chicken (KFC) an der Hauptwache zu systematischen Verstößen gegen Hygienebestimmungen gekommen sein.

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          Das behauptet die Tierrechtsorganisation Peta, die gestern auf einer Pressekonferenz interne Firmendokumente und umfassendes Bild- und Videomaterial vorlegte. Darauf sind Mäuse, Motten, Küchenschaben und andere Schädlinge zu sehen, die in der verdreckten Küche des Schnellrestaurants hausen sollen. Außerdem bemängeln die Tierschützer unzureichend gereinigte Arbeitsutensilien mit hoher Keimbelastung, in der Nähe von Lebensmitteln gelagerten Müll, viele bauliche Mängel und Verstöße gegen Arbeitszeitregelungen. „Das sind unhaltbare Zustände“, sagte Edmund Haferbeck, Agrarwissenschaftler und Berater bei Peta.

          Auf die Frankfurter Filiale sind die Tierschützer nach eigenen Angaben aufmerksam geworden, nachdem ihnen interne Dokumente der Firma Anticimex zugespielt worden seien. Diese habe im Auftrag des Unternehmens Kontrollen vorgenommen und dabei unter anderem einen „leichten Schädlingsbefall“ mit Nagern und Insekten sowie „bauliche und hygienische Mängel im gesamten Bereich“ festgestellt. „Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder, über Jahre hinweg“, sagte Haferbeck. Die Dokumente inklusive einer eidesstattlichen Erklärung über die Herkunft der Bilder liegen der Presse vor und halten Beanstandungen aus den Jahren 2002 bis 2012 fest. Anticimex hat das Unternehmen beispielsweise aufgefordert, für die Frankfurter Filiale Reinigungspersonal einzustellen und einen Kammerjäger zu beauftragen. Die Kontrolleure beanstanden „Nagerkot in den Schränken“ und bescheinigen dem Fastfood-Lokal erhebliche Mängel bezüglich „Hygiene, Schädlingsprävention und Arbeitsplatzgestaltung“.

          Ignoranz der Empfehlungen der eigenen Kontrollkommission

          Passiert ist laut Peta nichts. „Wider besseres Wissen hat man keine Änderungen veranlasst und die Empfehlungen der eigenen Kontrollkommission ignoriert“, so Haferbeck. Auf einem Dokument vom Januar 2011 ist dann auch vermerkt: „Bisheriger Plan: nicht umgesetzt“. Lediglich Fallen gegen das Ungeziefer seien aufgestellt worden, „aber damit allein kann man einem grundlegenden Hygieneproblem natürlich nicht begegnen.“

          Die Tierrechtsorganisation, die seit Jahren Vorwürfe gegen KFC erhebt, übt auch scharfe Kritik an den hiesigen Behörden. In einem offiziellen Bericht des Ordnungsamts aus dem Jahr 2009, den Peta bei der Pressekonferenz verteilte, heißt es: „Die Kontrolle verlief ohne Beanstandung.“ In einem Bericht vom September 2012 werden „unsaubere Wände“ bemängelt, es sei eine „mündliche Belehrung“ ausgesprochen worden. „Diesen Ergebnissen widersprechen nicht nur unseren Recherchen, sondern sogar jene der von KFC beauftragten Kontrollfirma“, sagte Haferbeck. Peta hat zwischenzeitlich Anzeige gegen die Stadt erstattet und die Dokumente an das Ordnungsamt weitergeleitet.

          Bei der Nachkontrolle war alles in Ordnung

          Aus der Behörde war gestern keine Stellungnahme zu erhalten. „Wir haben die Dokumente noch nicht erhalten und können uns deshalb nicht zu den Vorwürfen äußern“, sagte Pressesprecher Ralph Rohr. Er bestätigte aber, dass die KFC-Filiale an der Hauptwache Anfang Februar kontrolliert worden sei und es „geringfügige Beanstandungen“ gegeben habe. In diese Kategorie falle ein etwaiger Schädlingsbefall freilich nicht, das würde einen schwerwiegenderen Verstoß darstellen. „Die Beanstandungen wurden behoben, und bei der Nachkontrolle war alles in Ordnung“, so Rohr.

          Während Peta die sofortige Schließung der Filiale fordert und man sich im Ordnungsamt nun genauer mit der Angelegenheit befassen will, verweist der Leiter des Schnellrestaurants, Cane Pantic, an die Geschäftsstelle des Unternehmens in Düsseldorf. Dort zeigte man sich überrascht von den Vorwürfen, eine Stellungnahme ist jedoch auch hier erst in der nächsten Woche zu erwarten.

          Peta hatte in der Vergangenheit immer wieder auf angebliche Missstände bei KFC aufmerksam gemacht, sich dabei jedoch vor allem auf die Haltungs- und Schlachtbedingungen der Hühner bezogen. Dass in Frankfurt nun Verstöße gegen arbeitsrechtliche Regelungen und den Verbraucherschutz festgestellt worden seien, liege im Grunde „fernab unserer tierrechtlichen Bemühungen“, so Haferbeck, „aber es zeigt die Zusammenhänge innerhalb eines solchen Unternehmens“.

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