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Hundekot stinkt Kommunen : Haufenweise Ärger

  • Aktualisiert am

Eine klare Ansage, die aber vielfach missachtet wird Bild: dpa

Viele Hundehalter machen die Haufen ihrer Vierbeiner einfach nicht weg. Um Sünder auf frischer Tat zu ertappen, werden Herrchen und Frauchen mancherorts sogar observiert. Zudem drohen saftige Bußgelder.

          Kleine Haufen, großer Ärger: Die hessischen Kommunen bekommen das Problem mit dem Hundekot einfach nicht bereinigt. Viele Städte klagen darüber, dass etliche Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner partout nicht entsorgen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

          Deswegen wenden sich immer wieder erzürnte Bürger mit Beschwerden an die Verwaltungen. Die Landeshauptstadt Wiesbaden bilanziert: „Die Hundehalter sind insgesamt rücksichtsloser geworden.“ Wenn aufklärende und ermahnende Gespräche mit Herrchen und Frauchen nichts bringen, werden in den Städten Bußgelder verhängt.

          Bußgelder möglich

          Die Städte tun schon viel für mehr Sauberkeit. Es gibt Beutelspender, Kampagnen zur Verhaltensänderung - und natürlich die Möglichkeit der Bußgelder. Das große Probleme ist aber: Ignorante Hundehalter lassen sich selten auf frischer Tat ertappen.

          Das Problem ist nach wie vor groß, wie eine Modellrechnung der Landeshauptstadt Wiesbaden zeigt. Täglich bleiben demnach 2000 Haufen im Stadtgebiet liegen. Eine der Folgen: Die Grünpflege muss in einigen Bereichen stark eingeschränkt werden.

          Die Stadt Hanau hebt hervor: Wer die Hundesteuer zahlt, ist nicht von der Pflicht entfernt, die Haufen zu beseitigen. Hundekot gilt als Abfall. Um den Sündern auf die Spur zu kommen, werden verstärkt Kontrolleure eingesetzt.

          Beutelchen für die Haufen dabei

          Die Stadt Offenbach spricht in dem Zusammenhang sogar von Observationen. Doch die sind personal-, zeit- und kostenintensiv, wie die Verwaltung berichtete. Die Stadt veranstaltet sogar Kontrolltage und prüft, ob die Hundehalter auch ein Beutelchen für die Haufen dabei haben - Tüten mitzuführen ist seit 2007 Pflicht. Offenbach ist die erste Stadt Hessens, die das in ihrer Abfallsatzung festschrieb.

          Mit vereinten Kräften sowie mit Info- und Aufklärungskampagnen sei in Offenbach das Aufkommen liegen gelassener Haufen sogar leicht rückläufig. Muss dennoch mal ein größerer Schandfleck bereinigt werden, hat die Stadt sogar ein extra ausgerüstetes Motorrad („Rex“), das auf den Weg geschickt werden kann.

          Es liegt zu viel herum

          Auch in Fulda sind Hundehaufen-Fahnder zuweilen in zivil unterwegs, um Sündern auf die Schliche zu kommen. Appelle hätten bislang nicht viel gebracht, eine deutliche Verhaltensänderung sei nicht zu beobachten, sagte ein Stadtsprecher.

          Auch in Frankfurt sieht die zuständige Stabsstelle keine Besserung: „Es liegt weiterhin gleich viel Hundekot herum“, sagte Mitarbeiter Michael Eickenboom. Die zahlreich aufgestellten Beutelspender seien zuweilen Ziel von Vandalen oder Menschen, die sich für andere Zwecke am Tütenvorrat bedienten.

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