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Horst-Schmidt- Kliniken : Neubau für fast 270 Millionen Euro

„Um den Patienten herum gebaut“: Der Rohbau der Horst-Schmidt Kliniken in Wiesbaden ist fertig. Bild: Michael Kretzer

Die Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden sollen 2021 umziehen. Beim Richtfest lobt Oberbürgermeister Gerich die Teilprivatisierung und schlägt versöhnliche Töne an.

          Halbzeit beim Neubau der Helios Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) auf dem Wiesbadener Freudenberg: 28 Monate nach der Grundsteinlegung ist der Rohbau vollendet. Der Gesundheitskonzern Helios plant bislang unverändert, den insgesamt 268 Millionen Euro teuren Neubau im Jahr 2021 zu eröffnen. Danach wird der benachbarte, 1982 errichtete Altbau abgerissen, um einem Park Platz zu machen. Einige jüngere Gebäude wie jene für Psychiatrie, Pathologie und Verwaltung bleiben ebenso wie das Küchengebäude erhalten. Die neue Klinik mit ihren 927 Betten wird der Arbeitsplatz von 450 Ärzten und 700 Beschäftigten im Pflegedienst. Damit steht die HSK hessenweit an fünfter Stelle.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Nach der Fertigstellung wird die Landeshauptstadt über eines der modernsten Krankenhäuser Deutschlands mit 25 Fachkliniken, fünf Instituten und 21 Zentren verfügen. Zu den 22 Operationssälen kommen im Mutter-Kind-Zentrum sechs nach dem Feng-Shui-Prinzip eingerichtete Kreißsäle. Bei einer Feierstunde vor 250 Ehrengästen in der künftigen Notaufnahme der Klinik sagte Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD), die Teilprivatisierung der ehemals kommunalen Klinik sei richtig gewesen, weil die Stadt eine derartige Investition allein nicht hätte stemmen können und weil sie nicht über das notwendige Fachwissen als Betreiberin verfüge.

          „Unter dem Vergrößerungsglas“

          Die HSK gehört zu 50,1 Prozent der Stadt Wiesbaden und zu 49,9 Prozent dem Betreiber Helios, der wiederum Teil des Fresenius-Konzerns ist. Dessen Vorstandschef Stephan Sturm warb ebenso wie Gerich dafür, die „Reibungen“ zwischen den beiden Krankenhaus-Gesellschaftern hinter sich zu lassen. Helios habe erst lernen müssen, dass Vorgänge, um die andernorts kein Aufhebens gemacht werde, an der HSK in Wiesbaden „unter dem Vergrößerungsglas“ betrachtet würden. Für Helios stehe aber immer der Kunde, nicht der Profit im Vordergrund. Es sei jedoch richtig, nach Effizienz zu suchen und Verschwendung zu vermeiden.

          Auch Gerich warb dafür, den „Schalter umzulegen“ und allen Zwist der Vergangenheit angehören zu lassen. Gerich lobte die kluge architektonische Planung, denn das Haus werde „gewissermaßen um den Patienten herum gebaut“.

          Passendes Gebäude für Hochleistungsmedizin

          Klinikleiterin Sandra Henke nannte den sechsgeschossigen Neubau mit seiner Bruttogeschossfläche in der Größe von 14 Fußballfeldern ein passendes Gebäude für die Hochleistungsmedizin an der HSK. Künftig sei die ambulante und stationäre Behandlung der 170.000 Patienten auf kürzeren Wegen möglich. Das gilt vor allem für die Notfallpatienten, die mit dem Hubschrauber kommen. Die Flieger müssen nicht länger auf einer Wiese neben der Klinik landen, sondern können das Dach ansteuern, von wo aus der Aufzug direkt in die Notaufnahme fährt.

          Die neue Staatssekretärin im hessischen Sozialministerium, Anna Janz (Die Grünen), verteidigte die hohe Förderung des Landes im Volumen von mehr als 68 Millionen Euro. Von Klinikdezernent Oliver Franz (CDU) wurde sie allerdings mit der Bitte konfrontiert, Klinikzuschüsse des Landes nicht aus dem kommunalen Finanzausgleich, sondern originär aus dem Landeshaushalt zu finanzieren.

          Entscheidend für den Erfolg einer neuen Klinik sei aber nicht das Gebäude, sondern das Personal. Franz hofft, dass es bald gelingen werde, einen Betriebskindergarten an der HSK zu etablieren. Das sei neben einer guten Busanbindung und bezahlbaren Wohnungen in der Umgebung ein wichtiges Argument im harten Konkurrenzkampf zur Gewinnung von Mitarbeitern.

          Mit einer neuen HSK könne sich Wiesbaden weiter als Gesundheitsstandort profilieren. Die Landeshauptstadt habe mit 10.000 Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft das Zeug zur Nummer eins in der Rhein-Main-Region.

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