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„Horizont-Awards“ : Wo jeder selbst zur Marke werden kann

Volles Haus in der Alten Oper beim „Horizont-Award“. Bild: Wonge Bergmann

Wenn die Fachzeitung „Horizont“ zur Verleihung ihrer „Awards“ bittet, treffen sich die Manager aus Marketing und Medien zum Jahresauftakt und schauen in die Zukunft.

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          Da ließ sich niemand lange bitten: Im Foyer der Alten Oper in Frankfurt hatte am Gala-Abend für die Verleihung der „Horizont-Awards“ die Deutsche Post einen Stand aufgebaut, an dem die Gäste sich fotografieren lassen und wenig später das eigene Konterfei als Briefmarke in Empfang nehmen konnten. Selbst zur Marke zu werden, das ist unter den Adressaten der Fachzeitung für Werbung, Medien und Marketing eines des höchsten Ziele. Jenen, die am Dienstagabend als „Männer des Jahres 2011“ - Frauen gab es diesmal keine - in den Kategorien Unternehmen, Medien und Agenturen geehrt wurden, ist das gelungen: Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von Henkel (Persil, Patex), Thomas Ebeling, Chef von Pro Sieben Sat.1, und vor allem wohl Frank-Michael Schmidt, CEO der Agentur Scholz& Friends. Letzterem legte sein Kollege Tonio Kröger in der Laudatio ans Herz: „Denk doch mal über Schloss Bellevue als ersten Wohnsitz nach!“

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Was dort derzeit geschieht, war aber nur ein Randthema. Die Zukunftsfrage des Abends, der von einem zweitägigen Kongress umrahmt wurde, lautete: „Zeitenwende - was kommt nach dem digitalen Zeitalter?“

          Trend hat sich noch nicht durchgesetzt

          F.A.Z.-Mitherausgeber Frank Schirrmacher zeigte als Festredner eine neue Aufgabe für die Printmedien auf. In einer Zeit, in der digitale Maschinen immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zögen und zunehmend das Bewusstsein prägten, würden Zeitungen und Bücher zu „Inseln der Aufmerksamkeit“. Sie könnten gar als therapeutisches Instrument genutzt werden. Es gebe beispielsweise schon Ärzte, die digitale Krankenakten mit der Hand abschrieben, um sie besser verstehen zu können. So werde das auf Papier geschriebene oder gedruckte Wort zum Mittel der Reflexion, während die digitale Form der Kommunikation diene.

          Noch aber scheint sich dieser Trend in der von Schirrmacher beschriebenen „aufmerksamkeitspanischen Welt“ nicht durchgesetzt zu haben. Auch während seines Vortrags waren unter den rund 1000 Gästen im Saal nicht wenige damit beschäftigt, digitale Nachrichten auf ihren Miniaturcomputern zu lesen und zu bearbeiten. Doch auch unter diesen gab es einige, die mit leuchtenden Augen ihre eigene Briefmarke herumzeigten. Vielleicht verschicken sie ja demnächst mal wieder einen handgeschriebenen Brief.

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