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Höhenflug der FDP : Die Totenglocke ist vergessen

  • -Aktualisiert am

Spitzenkandidat und Vorsitzender der Frankfurter FDP: Thorsten Lieb Bild: Marcus Kaufhold

Vor sieben Jahren hing die FDP im Bund vor dem Abgrund. In Frankfurt aber zeichnet sich ein Aufschwung ab. Immer mehr Menschen treten in den Kreisverband ein. Gründe dafür lassen sich schnell finden.

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          Es ist etwas mehr als sieben Jahre her, da war beim Neujahrsempfang der Frankfurter FDP folgender Dialog zu hören. Eine Dame sagte: „Eigentlich wollte ich heute Abend gar nicht kommen, aber dann habe ich gedacht, es ist ja das letzte Mal.“ Und ein Herr antwortete: „Ich schaue auch nicht so gerne beim Sterben zu.“

          Damals hing die liberale Partei in ganz Deutschland über dem Abgrund. Ein Artikel in dieser Zeitung zum Zustand der FDP trug die Überschrift „Zwischen Wagenburg und Totenglocke“. Beschrieben wurde der Absturz hin zu einer Drei-Prozent-Splittergruppe. Anderthalb Jahre später flog die FDP dann sogar zum ersten Mal aus dem Bundestag. Es gab kaum noch Hoffnung – und auch in Frankfurt war die Lage düster.

          Das rasante Wachstum der Stadt

          Und nun? Sieht alles anders aus. Längst ist die FDP mit ordentlicher Stärke in den Bundestag zurückgekehrt, nachdem sie sich inhaltlich sortiert und personell neu aufgestellt hatte. In Frankfurt ist außerdem seit Jahren ein weiterer bemerkenswerter Aufschwung zu registrieren: Seit 2016, als der Kreisverband nur noch etwa 650 Mitglieder zählte, ist die Zahl auf – Stand jetzt – 1003 gestiegen. Das entspricht einem Plus von rund 50 Prozent.

          Wer nach Gründen für den Frankfurter Höhenflug sucht, wird rasch fündig. Da ist zum einen das rasante Wachstum der Stadt, von dem auch die FDP profitiert. Eine Selbstverständlichkeit ist das allerdings auch nicht, wie das Beispiel der hiesigen CDU beweist. Sie dümpelt trotz Bevölkerungsplus seit Jahren unter der 3000-Mitglieder-Marke vor sich hin, während SPD und Grüne ebenfalls Mitglieder hinzugewinnen können.

          Bei der FDP kommen Punkte hinzu, die das Wachstum erklären. Da ist zum einen die ruhige und uneitle Parteiführung, allen voran bestehend aus dem Kreisvorsitzenden Thorsten Lieb und der Römer-Fraktionschefin Annette Rinn. Es gibt Leute, die wünschten sich mehr Attacke und mehr Streit von den beiden. Doch diejenigen, die sich in großer Zahl für die FDP entscheiden, sehen das offenbar anders: Sie mögen es, gefragt zu werden – und nicht mitgeteilt zu bekommen, wie etwas zu laufen hat. Dazu passt, dass der Kreisverband sich sehr um Neumitglieder bemüht. Jeder wird willkommen geheißen, jeder darf sich gebraucht fühlen, wenn er es denn will. So ein Engagement lässt jede Totenglocke verstummen.

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