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Hochwasser an Main und Rhein : Stopp der Schifffahrt

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Hochwasser in Rotenburg a.d. Fulda. Bild: dpa

Vater Rhein tritt wieder über die Ufer. Experten rechnen mit Pegelständen, wie sie nur alle 20 Jahre vorkommen. Auf dem Main erleben die Schiffsführer schon vorher eine Zwangspause.

          Nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage zwingt das Hochwasser des Mains die Schiffsführer zu einer Betriebspause. Auch der Rhein ist vielerorts über die Ufer getreten. Für Sonntagabend rechnete das Hochwassermeldezentrum Mainz hier ebenfalls mit der Einstellung der Schifffahrt. Schon zuvor mussten Schiffsführer langsamer und weiter entfernt vom Ufer fahren, wie ein Sprecher sagte. „Den Scheitel erwarten wir erst am 4. Juni. Bis dahin werden die Pegelstände weiter steigen“, ergänzte er.

          Somit werde es noch mehr Überschwemmungen am Mittelrhein geben. Auf dem Main war die Schifffahrt bereits am Sonntag nach Auskunft des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie (HLUG) eingestellt worden.

          Auch die Behörden waren teils überrascht

          Im Rheingau schwappte der Rhein teils auf die ufernahe Bundesstraße 42, berichtete die Polizei. Mit möglichen Umleitungen durch die Weinberge wurde gerechnet. An einem Wallufer Parkplatz stand am Sonntagmorgen eine Reihe von Autos im Wasser. Mehrere davon kamen an den Haken eines Abschleppwagens, weil die Polizei die auswärtigen Besitzer nicht schnell genug finden konnte. Auf überschwemmten Uferwiesen der Wiesbadener Stadtteile Biebrich und Schierstein drehten Schwäne und Enten ihre Runden. Manche Uferstraßen wurden gesperrt.

          Auch die Behörden waren teils überrascht. So teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium mit: „Die starken Zuflüsse aus Neckar und Main werden zu höheren Scheiteln am nördlichen Oberrhein und am Mittelrhein führen als bisher erwartet.“ Bei Mainz sagten die Experten für die Nacht zum Dienstag einen Pegelstand von etwa 720 Zentimeter vorher. „Das entspricht einem Hochwasser, wie es etwa einmal in 20 Jahren vorkommt“, erklärte das Ministerium.

          Es wird weniger regnen

          Hochwasser führten nach Angaben des HLUG auch Fulda und Werra in Osthessen und einige Gewässer im Süden des Bundeslandes, besonders die Weschnitz. Während die Pegelstände im Oberlauf der Fulda sanken, stiegen sie im Unterlauf noch. Auch an den hessischen Abschnitten der Werra blieb die Hochwasserlage angespannt. Im Süden des Landes fielen dagegen die Wasserstände der meisten Gewässer.

          Für die kommenden Tage sagte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach trockenes Wetter in Hessen voraus. Von Westen her setzt sich allmählich leichter Hochdruckeinfluss durch. Die Temperaturen steigen bis Mittwoch auf maximal etwa 20 Grad.

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