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Hochschule Geisenheim : Akademischer Edelstein

  • -Aktualisiert am

Glücksfall: Prof. Dr. Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim Bild: dpa

Mit dem Ausbau steht der Hochschule Geisenheim eine neue Herausforderung bevor. Doch niemand muss sich sorgen, dass sie nicht zu schaffen ist. Die Hochschule ist zwar nur ein kleiner Diamant. Aber er strahlt weithin sichtbar.

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          An Hessens jüngster Hochschule folgt auf die Aufbau- jetzt die Bauphase. Die erste Amtszeit von Gründungspräsident Hans Reiner Schultz war davon bestimmt, die traditionsreiche Forschungsanstalt Geisenheim und den Rheingauer Standort der Wiesbadener Hochschule Rhein-Main zu einer Hochschule „neuen Typs“ zusammenzuführen und durch stetes Wachstum eine „kritische Größe“ zu erreichen. Das ist gelungen. Die Hochschule Geisenheim hat ihre damaligen Zusagen an den Wissenschaftsrat eingehalten und die Zielvereinbarung mit dem Land Hessen erfüllt.

          Das war keineswegs selbstverständlich. Eine komplexe Hochschulverwaltung aus dem Boden zu stampfen, eine Fusion ungleicher Institutionen zu bewältigen und dabei die Zahl der Erstsemester jedes Jahr um 30 zu erhöhen sowie eine erkleckliche Zahl neuer Studiengänge anzubieten, das war ein Kraftakt. Dass die Hochschule ihn zur Genugtuung des Landes mit Bravour bewältigt hat, verdankt sie nicht zuletzt Schultz, der als Präsident ein Glücksfall ist. Die Hochschule kann froh, sein, dass er bereit war, die Strapazen einer zweiten Amtszeit auf sich zu nehmen.

          Denn diese wird nicht leichter als die erste. Zwar ist allgemein akzeptiert, dass sich der Wachstumskurs der noch immer kleinen Hochschule nicht einfach so fortsetzen lässt und dass – auch angesichts der demographischen Entwicklung – die Zeichen bei den Studentenzahlen auf Stabilisierung und bei den Studiengängen auf Konsolidierung stehen. Baulich aber steht ein gewaltiger Umbruch bevor. Mindestens 75 Millionen Euro wollen binnen drei Jahren verbaut werden.

          Und wenn der Wissenschaftsrat doch noch ein neues Labor- und Versuchsgebäude bewilligt, könnte die Herausforderung an die Hochschule noch größer werden. Sieben Jahre nach der Gründung muss aber niemandem mehr bange sein, dass Geisenheim das nicht schaffen könnte. In der hessischen Hochschullandschaft ist die Hochschule Geisenheim zwar nur ein kleiner Diamant. Aber er strahlt weithin sichtbar.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

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